Wald und Busfahren statt Autoschlangen

Die Nahverkehrs-Gesellschaft De Lijn setzt sich seit letztem Jahr auf eine besondere Weise für die Umwelt ein. Im Rahmen einer Kampagne will sie so genannte "Buswälder" anlegen. In den nächsten Wochen sollen 20.000 Bäume in 8 verschiedenen Wäldern angepflanzt werden. So hat man am Mittwoch in Gooik, Flämisch-Brabant, mit dem 1. Baum eines neuen Waldes begonnen.

Die flämische Verkehrsministerin, Hilde Crevits, der Generaldirektor von De Lijn, Roger Kesteloot und Bürgermeister Michel Doomst waren am Mittwochnachmittag zur Anpflanzung des ersten Baumes eines neuen Waldes in Gooik gekommen.

Die Anpflanzung des ersten Baumes von über tausend Bäumen des neuen Waldes war nur der Startschuss für die Anlegung von 7,1 Hektar Wald bzw. 14 Fußballfeldern neuer Wälder in Belsele und Evergem in Ostflandern, in Gooik, Merchtem, Opwijk und Zemst in Flämisch-Brabant und Harelbeke und Oostkamp in Westflandern.

Die Wälder können Dank des "Waldpasses" angelegt werden, eine Sonder-10er-Fahrkarte, die De Lijn 2010 einen Monat lang verkaufte. Von jedem verkauften Waldpass floss ein Euro in die Aktion "1 Million Bäume für Flandern" von der Vereinigung für Wald in Flandern und der Agentur für Natur und Wald. Insgesamt wurden ca. 14.000 "Waldpässe", also Fahrkarten mit zehn Fahrten, verkauft. Die Provinz Flämisch-Brabant übertraf alle und ließ gleich ein Drittel der Pässe auf ihre Rechnung setzen.

In Gooik wird ein Teil des Waldes später übrigens als Spielplatz zur Verfügung gestellt. Auch die Wälder in Harelbeke und Evergem werden für das Publikum geöffnet sein. Die anderen bleiben unzugänglich. Laut Kesteloot würden auch in diesem Jahr wieder "Waldpässe" verkauft.

Die Aktion "1 Million Bäume für Flandern" wird vermutlich noch in diesem Frühling, ein Jahr früher als geplant, ihr Ziel erreichen. Das hat die Vereinigung für Wald in Flandern vor dem Hintergrund der 20.000 Bäume, die De Lijn anpflanzen will, mitgeteilt. Mit der Aktion von De Lijn haben die Veranstalter schon 850.000 neue Bäume seit Beginn der Kampagne 2008 zusammen.

Ökologischer Fußabdruck

De Lijn hat nun auch zum ersten Mal ihren ökologischen Fußabdruck berechnet. Das ist das Stück Erdoberfläche, das sie nötig hat, um zu funktionieren. Der Abdruck ist 111.154 Hektar. Ministerin Crevits zufolge wäre der Fußabdruck des Autoverkehrs ohne De Lijn rund drei Mal größer. Ohne die Nahverkehrsgesellschaft würden auch 1,6 Millionen Autokilometer in der Stunde mehr gefahren, hieß es noch.