"Keine Waffen für Libyens Rebellen"

Die USA und Großbritannien mögen der Ansicht sein, man müsse die Rebellen in Libyen aktiver unterstützen, da die Vertreibung Gaddafis und seiner Schergen ein politisches Ziel ist. Belgiens scheidender Außenminister Steven Vanackere (CD&V - Foto) vertritt diese Ansicht nicht.

Die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice und US-Präsident Barack Obama sprachen am Dienstag erstmals öffentlich von der Möglichkeit, die Aufständischen in Libyen in ihrem Kampf gegen das Gaddafi-Regime aktiver zu unterstützen, wobei auch Waffenlieferungen nicht mehr ausgeschlossen wurden.

Doch so weit will Belgiens Außenminister Vanackere nicht gehen. Der flämische Christdemokrat vertritt nicht unbedingt die Meinung, dass man in jeden Konflikt in dieser Welt eingreifen müsse und Waffen an eine der sich bekämpfenden Parteien liefern soll.

Am Mittwochmorgen sagte er im VRT-Frühstücksradio "De ochtend - Der Morgen“: "Wenn wir diesen Konflikt mit militärischen Mitteln bereinigen wollen, gehen wir einen Schritt zu schnell. Wir wollen eine nachhaltige Lösung finden. Vorläufig beschützen wir die Bevölkerung vor Gewalt.“

Für Vanackere muss die Kontaktgruppe, die am Dienstag in London eine Konferenz gab, eine wichtigere Rolle im Libyen-Konflikt spielen: "Das militärische Eingreifen ist zeitlich begrenzt. Wir brauchen für die Zeit danach auch zivile und politische Lösungen. Das heutige Ziel ist der Schutz der Bevölkerung. Falls die Gewalt ein Ende findet und Gaddafi ist noch da, brauchen wir wieder UN-Resolutionen.“