Leterme will mit Prinz Laurent reden

Der scheidende Premierminister Yves Leterme wird mit Prinz Laurent wegen der nicht genehmigten Kongoreise sprechen. Er wolle ihn auf seine Rechte und Pflichten hinweisen und von seiner Antwort hänge dann die Dotation ab, so Leterme.

Yves Leterme sagte das in der Kammer. Dort übten vor allem die flämischen Fraktionen scharfe Kritik an der Kongoreise von Prinz Laurent (kleines Foto).

Prinz Laurent hat den kongolesischen Präsidenten anläßlich seiner Kongoreise getroffen. Der scheidende Premier sagte hierzu: "Wie der Prinz mir gestern Abend noch bestätigt hat, hat auch Präsident Kabila ihn begrüßt. Der Prinz hat mir versichert, dass kein einziges Gespräch und keine einzige Handlung politischer Art statt gefunden habe."

Premier Leterme will den Prinzen wegen seiner nicht genehmigten Reise sprechen und ihn auf seine Rechte und Pflichten hinweisen. Er will ihn auch vor die Wahl stellen. "Ich zweifele nicht daran, dass sich der Prinz meine Worte zu Herzen nehmen wird. Er wird sich entscheiden: Entweder das Gleichgewicht respektieren oder auf seine Rechte verzichten."

Die flämischen Nationalisten von der N-VA wollen am liebsten schon jetzt die Dotation streichen. Peter Luykx: "Wir bezahlen dem Prinzen 26.000 Euro netto pro Monat...Wir wollen den Prinzen von seinem Leiden erlösen und aus ihm einen gewöhnlichen Bürger machen."

Die Liste Dedecker LDD und der rechtsextreme Vlaams Belang VB sind sich in diesem Punkt ebenfalls einig. Gerolf Annemans meinte, dass diese Leute nur eine Sprache kennen würden und das sei die Sprache des Geldes. "Was finden die Coburger nur am Kongo, so dass sie so weit gehen?", stellte sich Gerolf Annemans von Vlaams Belang die Frage. "Jetzt schlagen sie wirklich über die Stränge." Laut Annemans sei die Antwort in den großen "Wirtschaftsinteressen" zu suchen, die das Königshaus im Kongo habe. "Über zwei Jahrhunderte lang haben sie das mit einem wissenschaftlichen Schleier kaschiert."

Eva Brems von den flämischen Grünen Groen! sagte, dass der Prinz auch ohne Dotation noch Aufruhr verursachen könne.