Belgien hat ein Feinstaub-Problem

In diesem Jahr ist die Luft viel unreiner als in den letzten fünf Jahren. Bei der Hälfte aller Messstationen in Belgien wurden in den ersten drei Monaten mehr Überschreitungen der Feinstaub-Grenzwerte festgestellt als im gesamten Jahr 2010. Das geht aus Statistiken des interregionalen Umweltamtes (IRCEL) hervor.

Europa läßt eine Überschreitung des Tageshöchstwertes von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter an Feinstaub 35 Mal im Jahr zu.

In Herstal bei Lüttich und in Haren bei Brüssel wurden die Grenzwerte schon nach drei Monaten überschritten. Auch an verschiedenen Orten in Flandern ist die Feinstaubbelastung viel zu hoch. Problemzonen sind unter anderem die Genter Kanalzone und der Antwerpener Hafen.

Seit 2008 gibt es eine EU-Feinstaubrichtlinie. Belgien hat um eine Gnadenfrist bis Mitte dieses Jahres gebeten, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen, aber diese wurde von der EU-Kommission verweigert. Die Kommission ist der Auffassung, dass unser Land keine ausreichenden Maßnahmen unternommen habe, um den CO2-Ausstoß zu drosseln.

In den vergangenen Jahren hat Belgien die Normen übrigens auch nicht geschafft. Da die Werte bislang äußerst schlecht sind, wird Belgien wohl auch in diesem Jahr die Vorgaben der EU nicht einhalten können. Europa kann Belgien also Strafen auferlegen.

Das Umweltamt sieht zwei Ursachen für die Zunahme des Feinstaubs in unserer Luft: Erstens führt es das trockene Wetter in diesem Jahr an. Zweitens weist es auf das Ende der Wirtschaftskrise hin. Dadurch habe der Frachtverkehr und der Feinstaub-Ausstoß durch Industrie und Landwirtschaft wieder zugenommen.

Feinstaub in der Luft ist äußerst gesundheitsschädlich und kann Herz- und Lungenkrankheiten auslösen.

Die Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) räumt ein, dass die Situation besser sein könnte. Sie betont jedoch auch, dass Flandern bereits große Anstrengungen unternommen habe, um den Feinstaub-Ausstoß durch Autos zu drosseln. So habe man die Prämie auf Rußfilter in diesem Jahr voll und ganz zurück erstattet, aber man merke auch, dass das nicht sehr erfolgreich gewesen sei. So habe es kaum Anträge gegeben. Was jetzt folge? "Ab 1. Januar 2012 werden wir die Autosteuern am Feinstaub-Ausstoß des Autos bemessen. Wenn Ihr Auto also mehr Feinstaub ausstößt, müssen Sie auch mehr Steuern bezahlen. Auf diese Weise hoffen wir, den Feinstaub-Ausstoß zum Beispiel des Verkehrs zu verringern."