Juristischer Streit um die Play Off-Spiele

Der belgische Fußballverband widersetzt sich einem am Freitag gefällten Urteil gegen einige Endrundenspiele in der ersten Fußball-Liga und zieht die Play Offs wie geplant durch. Das Gericht untersagte bis auf weiteres alle Partien, an denen die AS Eupen oder SK Liese beteiligt sind.

Am Freitag urteilte das erstinstanzliche Gericht in Eupen, dass die Play Off II-Spiele AS Eupen gegen SC Charleroi und SK Lierse gegen Cercle Brügge nicht gespielt werden dürfen. Der Grund? Die AS Eupen hegt Zweifel an der Spielberechtigung eines jungen Fußballers bei SK Lierse in deren Partie gegen den KV Mechelen.

Zur Debatte steht also die Mannschaftaufstellung von Lierse in einer dieser Partie, die durch winterliche Wetterumstände abgesagt wurde.

Im Nachholspiel stand der in Frage stehende Spieler wieder auf der Mannschaftsliste, doch mittlerweile war er offiziell spielberechtigt.

Am Freitagabend, nur Stunden nach dem Eupener Urteil, kam das Komitee des Königlichen Belgischen Fußballverbandes KBVB mit der Pro League, dem Verband der belgischen Profivereine, zusammen, um sich zu beraten. Dabei wurde vereinbart, dass die fraglichen Spiele und damit die vollständigen Play Offs durchgezogen werden.

Der Bund erklärte sich dazu bereit, die im Eupener Gerichtsbeschluss verhängten 500.000 € pro Zuwiderhandlung, d.h. pro gespielte Partie mit Beteiligung AS Eupen und/oder SK Lierse, zu zahlen - Nutznießer wäre die Kasse der AS Eupen, doch der KBVB geht sowieso gegen das Urteil in Berufung. Demnach finden die beiden Play Off II-Spiele AS Eupen gegen SC Charleroi und SK Lierse gegen Cercle Brügge wie geplant am Samstagabend statt.

Thema in den deutschsprachige Medien in Ostbelgien

Der juristische Streit um die Play Off II-Spiele und um die AS Eupen finden natürlich in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens im Osten des Landes ihren Niederschlag. Dort werden die Geschnisse genau verfolgt. So berichtet die Webseite des Belgischen Rundfunks BRF.online im Beitrag "Fußballverband widersetzt sich Eupener Gerichtsurteil“ über den letzten Stand der Dinge.

Auch das Grenz-Echo, die einzige deutschsprachige Tageszeitung in Belgien, berichtet ausführlich über die Sachlage. Das grenzecho.net berichtet unter dem Titel "Das setzt dem Ganzen die Krone auf!“ ebenfalls über die letzte Aktualität in diesem komplizierten Fall von Sportjustiz.