Prinz Laurent wehrt sich in den Medien

Nach dem Medienspektakel seiner umstrittenen Kongoreise schlägt Prinz Laurent in einem Interview mit Le Soir zurück. Er fühlt sich und seine Arbeit zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung missverstanden und weht sich gegen eine Kampagne gegen seine Person.

In seinem Gespräch mit der frankophonen Brüsseler Tageszeitung Le Soir bittet Prinz Laurent um mehr Verständnis. Statt ihn zerstören zu wollen, sollte man ihn und seine Ziele vielmehr Unterstützen.

Prinz Laurent, der jüngste Sohn von König Albert II., reagiert gegenüber Le Soir ungehalten und verletzt auf die Angriffe gegen seine Person und seine umstrittene und diplomatisch heikle Kongoreise in Sachen Naturschutz, Regenwald und nachhaltige Entwicklung.

Die Presse hätte sich jetzt reichlich auslassen können und solle endlich dazu übergehen, diese Seite umzublättern. Doch zum Gegendtand der Angriffe, nämlich der Tatsache, dass er seine Reise in die Demokratische Republik Kongo und nach Angola gegen den ausdrücklichen Rat der belgischen Bundesregierung und gegen den Palast - also letztendlich gegen seinen Vater, den belgischen König - unternommen hat, verliert Prinz Laurent in Le Soir kein Wort.

Hier sei lediglich der Anwalt seiner Stiftung befugt, so der Prinz, der lediglich angibt, seine Reise habe einen ausdrücklich wissenschaftlichen Hintergrund gehabt. Von wirtschaftlichen Verzwickungen oder gar von der Tatsache, dass Kongos Präsident Kabila erhebliche Kosten des Unterfangens getragen hat, wer ebenfalls nicht die Rede und auch nicht von der Tatsache, dass er unmittelbar in die diplomatisch derzeit recht komplizierten Beziehungen zwischen Belgien und seiner ehemaligen Kolonie eingegriffen hat.

Laurent fehlt offenbar jedes Relativierungsverständnis. Er zeigt sich in Le Soir eher verbittert über die Tatsache, dass seine Arbeit zum Schutz der Umwelt nicht gewürdigt wird. Er hofft, dass sein Engagement zur Gesellschaft endlich auch mal einen positiven Niederschlag in der Berichterstattung findet. Doch die Medien seien nur dann zur Stelle, wenn es heiße, gegen ihn demagogisch vorzugehen.