Belgien führt 120t deutschen Atommüll ein

Zum ersten Mal seit 20 Jahren führt Belgien ausländischen Atommüll ein. Die Regierung hat Belgoprocess in Dessel eine Genehmigung erteilt, um 120 Tonnen deutschen Atommüll zu verarbeiten.

Es handelt sich um 120 Tonnen leicht radioaktiven Atommülls aus dem medizinischen Sektor in Deutschland. Bart Thieren von Belgoprocess zufolge bestehe keinerlei Gefahr: "Unsere Anlage kan dieses Material auf sichere Weise und in kontrollierter Umgebung verbrennen. Der Restmüll wird übrigens wieder nach Deutschland zurückgesandt."

Die Grünen Groen! finden, dass die geschäftsführende Regierung den Politikwechsel nicht durchführen könne. Außerdem zeigt sich die Partei in der Zeitung De Morgen sehr besorgt: "Zunächst ist das ein Fall, aber indem wir wieder ausländisches Kernmaterial einführen, öffnen wir die Büchse der Pandora. Jeder Atomtransport, egal wie klein er auch sein mag, ist ein Risiko."

Die Verarbeitung von ausländischem Atommüll war nach einem Skandal Ende der achziger Jahre unterbrochen worden. Bei dem so genannten "Transnuklearskandal" (Transnuklear hieß eine Atomtransportfirma im hessischen Hanau, nach der der Skandal benannt wurde) hatte sich herausgestellt, dass im belgischen Kernforschungszentrum CEN in Mol mit illegalen Im- und Exporten von Atommüll aus deutschen Forschungszentren Schwindel betrieben wurde.

2006 hat der damalige Energieminister Marc Verwilghen (Open VLD), das Licht für den Import von Atommüll wieder auf Grün geschaltet. Es hat bis zum heutigen Zeitpunkt gedauert, bis der erste Transport auch tatsächlich verabschiedet worden ist. Letzten Monat haben die zuständigen Minister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) und Paul Magnette (PS) ihre Zustimmung gegeben.