Jetzt bekommt es Laurent mit König zu tun

Selbst wenn Prinz Laurent auf seine Dotation verzichten würde, könnte er dem Königshaus Ärger bereiten. Das sagte der Hochschullehrer und Kenner des Königshauses, Mark Van den Wijngaert (kleines Foto), am Montagabend im Politmagazin Terzake. Nach seiner umstrittenen Reise in den Kongo ist Laurent scharf kritisiert worden. Am Montag hat sich das Königshaus öffentlich von Laurent distanziert.

Dass sich das Königshaus von einem seiner Familienmitglieder öffentlich distanziert, ist außergewöhnlich. Die Diskussionen um eine mögliche Streichung der Dotation von Laurent werden nun konkreter, betonte Van den Wijngaert.

"Der Senat hat vor einigen Jahren entschieden, dass Astrid und Laurent bei Antritt des nächsten Königs auf ihre Dotation verzichten müssten. Man könnte nun diesen Plan, für den eine Mehrheit zustande kam, früher umsetzen, es sein denn Laurent verzichtet von sich aus auf die Dotation wie das einer seiner Vorfahren, Prinz Karel, getan hat. Das wäre eine Möglichkeit, um aus diesem Vorfall unbeschadet heraus zu kommen, löst aber langfristig nicht das Problem."

Außerdem, so Van den Wijngaert, kostete ihn das sehr viel Geld. Es würde ihm jedoch eine gewisse Freiheit verleihen und dass könnte im Laufe der Jahre schwer beim Königshaus ins Gewicht fallen. Er bliebe jedenfalls ein Prinz von Belgien.

Diskussion um die Dotation

"In den Niederlanden ist die Regelung für Familienmitglieder des Königshauses eine andere. Dort ist das Königshaus nur eventuell ein ehemaliges Staatsoberhaupt, ein Staatsoberhaupt und der Kronprinz und was all die anderen Prinzen und Prinzessinnen tun, ist ihre Sache ohne Verantwortung der Regierung. Die bekommen hierfür auch kein Geld. Die müssen selber arbeiten oder sich Arbeit suchen", erklärte Van den Wijngaert noch.

"In Belgien habe man sich entschieden, Astrid und danach auch Laurent eine Dotation zu geben. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass sie Teil des Königshauses sind. Wenn eine Komponente sich daneben benimmt oder nicht weiß, wie er sich zu verhalten hat, dann wird das gesamte Königshaus da mit hineingezogen."

Jemand, der eine Dotation annehme, müsse natürlich auch den Vorschriften folgen, die dem Königshaus auferlegt werden, zum Beispiel die Wahrung einer gewissen Neutralität. Laurent müsse also auf jeden Fall zusehen, dass er nicht  gegen die Regierungspolitik oder die Regierungslinie verstößt. Ist die Politik gegenüber dem Kongo sehr vorsichtig, könne Laurent doch nicht einfach in den Kongo fahren und so tun, als ginge ihn die belgische Politik in Sachen Kongo nichts an. Das müsste er eigentlich selbst einsehen, was  er offenbar aber nicht tue.

Inzwischen hat Laurent  übrigens wissen lassen, dass er nicht auf seine Dotation verzichten wolle. Das sagte er in einem Interview in De Standaard. Sein Anwalt und Berater, Pierre Legros, soll indes gegenüber der Wochenzeitung Humo behauptet haben, dass der Prinz in Erwägung ziehe, auf seine Dotation zu verzichten. Prinz Laurent wird jedoch in De Standaard zitiert mit: "Es würde mich wundern, dass er das gesagt hat. Ich selbst habe so etwas auch nie behauptet. Ich denke nicht daran, meine Dotation aufzugeben."