Von nun ab: "Föderation Wallonie-Brüssel"

Die Französische Gemeinschaft heißt von nun ab "Föderation Wallonie-Brüssel". Darüber waren sich alle französischsprachigen Parteien einig. Die Reaktionen der flämischen Parteien sind unterschiedlich. Einige nehmen es gelassen, andere sehen das als schwere Provokation.

Der neue Bund ist, wie schon die Französische Gemeinschaft, für Kultur, das Unterrichtswesen und das Gesundheitswesen zuständig.

Die Veränderung des Namens ist vor allem symbolisch. Die französischsprachigen Parteien distanzieren sich damit vom flämischen Unabhängigkeitsdenken und wollen die verstärkte Zusammenarbeit zwischen beiden Landesteilen betonen.

Die Namensänderung kam offenbar schneller als geplant. Sie war eine Reaktion auf Äußerungen des flämischen Ministerpräsidenten Kris Peeters. Er hatte in einem Interview gesagt, dass Brüssel nie zu einer vollwertigen Region werde.

Die neue Bezeichnung hat streng genommen keine Rechtskraft, es handelt sich hierbei lediglich um einen neuen Sprachgebrauch.

Die Namensänderung ließ den flämischen Ministerpräsidenten von den flämischen Christdemokraten CD&V deshalb eher unbeeindruckt. Die Französische Gemeinschaft könne das selbst entscheiden, meinte er.

Für den flämischen Abgeordneten Eric Van Rompuy (CD&V) (kleines Foto) beweise die Namensänderung jedoch, dass die Französischsprachigen die Umsetzung des "Plans B" in ihrem Hinterkopf hätten. "Sie glauben, dass sich das alles nicht mehr einrenkt", sagte er in der Frühsendung des VRT-Radios.

Die flämischen Nationalisten von der N-VA sind verärgert. Der Abgeordnete Ben Weyts nannte die Namensänderung eine "sehr schwere Provokation".