Fragen zur Sicherheit bei Belgoprocess

Die Wiederaufbereitungs-Anlage für Nulkearabfall in Dessel, Belgoprocess, soll laut Atom-Aufsichtsbehörde FANC in Sicherheitsfragen nicht überall den internationalen Normen entsprechen.

Nach Angaben der belgischen Bundesagentur für Nuklearkontrolle FNAC lässt die Sicherheit in der Wiederaufbereitungsanlage Belgoprocess in Dessel in der Provinz Antwerpen zu wünschen übrig.

Die flämische Tageszeitung De Standaard meldet in ihrer Mittwochsausgabe, dass die Sicherheit in der Anlage hinter den allgemeinen internationalen Normen zurückbleibt. Unter anderem soll es mit dem Brandschutz hapern.

Belgoprocess hat sich auf die Lagerung und die Wiederaufbereitung von radioaktivem Abfall spezialisiert und beschäftigt sich auch mit der Verwaltung von stillgelegten Kernkraftwerken. So kontrolliert das Unternehmen auch, welche radioaktiven Materialien ins Land kommen. Karina De Beule von der Aufsichtsbehörde FANC gab am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion an, dass auch ihre Behörde die Einfuhr von strahlendem Material begutachtet:

"Bisher geschieht dies auf Basis von Bordpapieren und Dokumenten, doch inzwischen drängen wir darauf, dass auch effektive physische Kontrollen durchgeführt werden, zum Beispiel durch das Abnehmen von Proben, wenn etwas ins Land kommt. Damit soll das Material nicht mehr nur auf Basis von Papieren eingeführt werden. Belgoprocess hat einen entsprechenden Aktionsplan bereits eingeführt.“ Allerdings muss der Vorstand des Unternehmens diesem Aktionsplan noch zustimmen.

Erst am Dienstag wurde bekannt, dass die Anlage 120 Tonnen strahlenden Abfall aus der Kernmedizin in Deutschland verarbeiten wird.

Belgoprocess reagiert

Bei Belgoprocess reagierte man inzwischen auf die Medienberichte nach dem entsprechenden Beitrag von De Standaard. Dort hieß es am Mittwoch, dass das Unternehmen vollständig in Einklang mit der belgischen Gesetzgebung sei.

Es habe einen Audit von Seiten der Aufsichtsbehörde FANC gegeben, doch dieser hätte sich mit der Zukunft des Unternehmens beschäftigt - auch in Sachen Brandschutz, wie Bart Thieren von Belgoprocess erklärte:

"In vielen Punkten schneiden wir prima ab, andererseits gibt es Bereiche, an denen wir in Zukunft arbeiten müssen, um uns auch in Zukunft im gesetzlichen Rahmen bewegen zu können."