Belgische F-16er brechen Luftangriff ab

Die Attacke der belgischen Luftwaffe musste abgebrochen werden, da Schergen von Kolonel Gaddafi ein menschliches Schutzschild um ein potentielles Angriffsziel gebildet hatten.

Belgiens scheidender Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V - Foto) bestätigte den Vorfall am Donnerstag in der Ersten Kammer des Bundesparlaments. Der Vorgang hatte bereits am Dienstag stattgefunden.

Die Piloten der belgischen F-16-Staffel, die an den NATO-Angriffen zum Schutz der Bevölkerung vor den Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi teilnehmen, gehen seit einiger Zeit sehr behutsam vor, seit bekannt wurde, dass menschliche Schutzschilde um Angriffsziele gebildet werden.

Um welches Ziel es sich bei dem abgebrochenen Luftangriff gehandelt hatte, wurde - wie üblich seit Beginn der EU- und der NATO-Aktion - nicht präzisiert. Man wolle keine Unschuldigen treffen, denn das Risiko sei derzeit sehr groß, so De Crem zur Begründung der abwartenden Haltung der Piloten.

Anruf von Premier Cameron

Premierminister Leterme hat am Mittwoch einen Anruf seines britischen Amtskollegen David Cameron erhalten. Darin wollte dieser wissen, ob unser Land dabei helfen könne, den Abzug von US-Kampfflugzeugen aus dem Luftkampf um Libyen aufzufangen.

Leterme gab am Mittwoch in der Kammer dazu bekannt, dass es sich bei dieser Anfrage nicht darum gehandelt habe, zusätzliche Flugzeuge oder Soldaten zu schicken.

Es könne sich dabei lediglich um eine Aufstockung der Einsätze der Maschinen handeln, die schon jetzt von der griechischen NATO-Basis Araxos (großes Foto) aus starten: "Wir bleiben strikt im Rahmen unseres Mandates, dem Sie zugestimmt haben.“, so Leterme gegenüber den Abgeordneten im Parlament.