Riskant: Prinz Laurents Libyen-Kontakte

Nach seiner umstrittenen Kongo-Reise sollte er ebenfalls ohne Mitwissen der belgischen Regierung ein Treffen von libyschen Gegnern des Gaddafi-Regimes organisiert haben. Doch offenbar handelte es sich dabei lediglich um eines seiner Projekte.

Prinz Laurent, der seit einigen Tagen im Kreuzfeuer der Kritik stehende jüngste Sohn von König Albert II., hat erneut für Wirbel gesorgt. Er soll schon letzte Woche - erneut ohne Mitwissen der belgischen Bundesregierung und des Palastes - ein Treffen organisiert haben, bei dem sich zwei Gegner des Gaddafi-Regimes aus diplomatischen Kreisen in der Brüsseler Botschaft getroffen haben.

Nach Angaben der frankophonen Tageszeitungen "La LIbre Belgique" unterhalte Prinz Laurent auf mehreren Ebenen "parallele diplomatische Kontakte“ - offenbar nicht nur zu Kreisen der Rebellen in Libyen. Doch dies stellte sich im Laufe des Donnerstags als falsch heraus.

Seine Treffen mit den beiden libiyschen Diplomaten in Brüssel sollen vielmehr mit Projekten zu tun haben, bei denen der Prinz in seiner Funktion als Umweltschützer tätig ist. Unter anderem soll in der libyschen Wüste eine Erdölraffinerie gebaut werden, die weltweit den niedrigsten CO2-Ausstoß haben wird. Nach Ansicht mehrerer Experten ist dieses Projekt allerdings ein großer Flop.

Prinz Laurent habe angesichts des Bürgerkriegs von einigen libischen Diplomaten Geld zurückverlangt haben, dass er und seine Stiftung in dieses Projekt gesteckt haben. Unklar ist, wer in Regierungskreisen von diesen Treffen gewusst hat.

Zur Rede gestellt

Prinz Laurent muss sich vor Belgiens scheidendem Premierminister Yves Leterme (CD&V) verantworten. Sein Verhalten wird auf den Prüfstand gestellt. Er soll zum Beispiel alle seine Auslandsreisen und die Ziele und Inhalte davon vorher bekanntmachen. Andernfalls droht ihm der Verluste seiner jährlich von belgischen Staat überwiesene Apanage.

Im belgischen Bundesparlament bestätigte Premier Leterme am Donnerstag, dass sich Laurent mit "einer Person, die in der libyschen Botschaft arbeitet", getroffen hat. Nach Ansicht des Premierministers ist dieses Treffen "sehr riskant und unvernünftig" gewesen.