480.000 €-Prämie für KBC-Generaldirektor

Der Generaldirektor des internationalen Finanzunternehmens aus Belgien KBC erhält für das Jahr 2010 eine variable Vergütung von insgesamt knapp 500.000 Euro. Das geht aus dem Jahresbericht der Bank hervor. Dies heizt die Diskussion über die Prämien erneut an.

Jan Vanhevel (Foto), der Generaldirektor des KBC-Konzerns, bekommt eine Prämie von rund 480.000 Euro. Dieser Betrag wird auf einen Zeitraum von fünf Jahren verteilt ausbezahlt.

Die Prämie erhält der Generaldirektor zusätzlich zu seinem festen Gehalt von 700.000 Euro. KBC betont, dass die Bank während der Krisenjahre 2008 und 2009 keine Prämien ausgezahlt habe. Auch erfolge die Ausbezahlung der Prämien erst ab dem nächsten Jahr. Voraussetzung sei zudem, dass die KBC die Forderungen der Europäischen Union über die Rückzahlung der Staatshilfen erfülle.

Am Mittwoch gab Dexia bereits bekannt, dass der Spitzenmanager Pierre Mariani eine Prämie von 600.000 Euro erhalte. Hier kommt noch eine "Leistungsprämie" von rund 200.000 Euro hinzu.

Mehrere politische Parteien und die Gewerkschaften stellen sich Fragen zu den Prämien, denn die Nationalbank hatte den Banken geraten, keine Prämien auszuschütten, solange die Banken ihre Staatshilfen nicht zurückgezahlt hätten.

Sind die Prämien "übertrieben"?

Der flämische Ministerpräsident Kris Peeters will, dass KBC und Dexia schnell Erklärungen zu den Prämien abgeben.

Peeters will damit sicher gehen, dass die Prämien, die die Banken auszahlen, nicht "übertrieben" sind.

Das flämische Parlament verabschiedete am 23. März eine Resolution zu den Prämien. Darin wurde die flämische Regierung gebeten, über Regierungsvertreter zu kontrollieren, dass Spitzenmanager bestimmter Banken keine übermäßigen Prämien ausbezahlt bekommen solange die betroffenen Unternehmen ihre Staatshilfen nicht vollständig abbezahlt  haben.

Bleibt die Frage, "was als übertrieben angesehen werden kann?", so Peeters. Sollten die Beträge als übermäßig angesehen werden, werde die flämische Regierung Peeters zufolge "die notwendigen Schritte unternehmen". Welche Schritte dies sein könnten, ist nicht deutlich.