Letzte Chance für Prinz Laurent!

Der scheidende Premier Yves Leterme hat Prinz Laurent am heutigen Freitag zu sich zitiert, um mit ihm über seine umstrittenen Kontakte und Aktivitäten im Kongo und in Libyen zu sprechen. Der Premier und der Prinz haben sich auf einen gemeinsamen Rahmen geeinigt, der die künftigen Beziehungen der Königsfamilie festlegt. Das ließ der Anwalt Laurents, Pierre Legros wissen.

Letzte Woche kam es wegen Laurents Kongoreise zu einigen kontroversen Diksussionen, nicht nur in der Presse. Der Prinz hatte die Reise gegen Anraten der Regierung unternommen. Außerdem hatte sich herausgestellt, dass er Präsident Joseph Kabila getroffen hatte.

Am Donnerstag wurde wiederum bekannt, dass sich Laurent mit einer Person, die in der libyschen Botschaft arbeitet, getroffen hat. Nach Ansicht des Premierministers sei dieses Treffen "sehr riskant und unvernünftig" gewesen.

Laurent zufolge soll es bei dem Treffen um ein Wiederaufforstungsprojekt seiner Stiftung gegangen sein. Die Libyer sollen der Stiftung noch Geld schulden und darüber habe Laurent mit einem libyschen Diplomaten sprechen wollen. Besagter Mann habe sich vom libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi abgewandt.

"Laurent hatte nie die Absicht, die libyschen Rebellen zu unterstützen oder eine Paralleldiplomatie zu betreiben", hieß es am Donnerstagabend in einer Mitteilung von Pierre Legros, dem juristischen Berater des Prinzen.

Burggraf Etienne Davignon, der Leiter einer der Stiftungen von Laurent ist, räumt ein, dass sich der Prinz besser zurückgehalten hätte. "Einerseits will sich der Prinz nützlich machen, andererseits gibt es keine eindeutigen Vorschriften darüber, was er darf und was nicht", versucht Davignon die Ausrutscher des Prinzen zu verteidigen.

Solche Verhaltensregeln sind nun offenbar aufgestellt und dem Prinzen von Leterme vorgelegt worden. Die beiden hätten sich auf einen Rahmen geeinigt, der die künftigen Beziehungen der Königsfamilie festlege, sagte der Anwalt Laurents, Pierre Legros, der Presseagentur Belga.

Beim nächsten Ausrutscher gibt es also kein Ausweichen mehr, dann kann der Prinz seine Dotation (zumindest teilweise) verlieren.

Lesen Sie auch einen Artikel hierüber in der Financial Times Deutschland: "Problemprinz erregt Belgien"