Turtelboom glaubt nicht mehr an Verhandlung

Die scheidende Innenministerin Annemie Turtelboom glaubt nicht mehr an die heutigen Regierungs-verhandlungen. Sie schlägt vor, direkt einen mit der Regierungsbildung Beauftragten zu ernennen, der ohne weitere Verhandlungen ein „Koalitionsabkommen“ vorlegt. Erst danach soll sich herausstellen, welche Parteien zu weiteren Gesprächen bereit sind.

“Ernennen Sie einen Regierungsbildner, bitten Sie ihn einen Entwurf für ein Abkommen zu schreiben, in dem sowohl die Staatsreform als auch Haushalt, Renten und Sicherheit enthalten sind sowie die Reform des Arbeitsmarktes. Schauen Sie dann, wer sich darin wiederfinden kann, wer das als Mindestgrundlage für Verhandlungen ansieht und fangen Sie an, zu verhandeln“, so die scheidende Innenministerin Annemie Turtelboom von den flämischen Liberalen, Open VLD in der VRT-Polittalkshow „De zevende dag“ (dt.: "Der siebte Tag") am Sonntag.

Auf die Frage, ob sie nicht mehr an einen guten Verlauf dieser Verhandlungen glaube, antwortete sie, dass sie die politischen Spielchen satt habe: „Hoffentlich passiert noch ein Wunder, aber mein Problem ist, dass ich nicht an Wunder glaube. Es muss weitergehen. Tut es das nicht, schlage ich vor, anstelle zu warten, auszusteigen, aber ich traue mich nicht, auszusteigen und der Rest darf mich nicht rauswerfen, denn dann bin ich viel zu sehr Sündenbock. Eigentlich habe ich das alles ein bisschen satt.“