Flämische Ikone: La Esterella ist tot

Die flämische Sängerin La Esterella ist am Dienstagmorgen in Antwerpen im Alter von 91 Jahren verstorben. Die charmante Sängerin mit der tiefen Stimme gilt als eine der Ikonen des flämischen Liedes.

La Esterella ist tot. Mit ihr verliert Flandern eine Ikone des Schlagers und der leichten Unterhaltung. La Esterella, mit bürgerlichem Namen Esther Lambrechts, kam 1919 in Antwerpen zur Welt. Sie war bekannt durch ihre schwere und tiefe Stimme und erzielte in den 1950er Jahren auch außerhalb Belgiens kleine Erfolge.

La Esterella arbeitete Anfang der 1940er Jahre in Antwerpen als Näherin. In ihrer Freizeit nahm sie regelmäßig an Gesangswettbewerben teil, unter anderem im berühmten Antwerpener Saal "Oud België“. Dort entdeckte sie der Impressario Charly Schleimovitz, der ihr Manager wurde und später auch ihr Ehemann.

Am Anfang ihrer Karriere sang sie in erster Linie populäre und romantische Lieder und vereinzelt auch Kompositionen aus der leichten Klassik.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erzielte La Esterella auch kleine Erfolge im Ausland. In den 1950er Jahren trat sie sogar vereinzelt auch in Deutschland auf.

1953 jedoch schwenkte sie rigoros auf ihre niederländische Muttersprache um, was ihren eigentlichen Erfolg bedeutete. In Flandern wurde sie zu einem Star.

Sie hatte zahlreiche Hits und mit "Oh! Lieve Vrouwentoren“ landete sie ihren größten Erfolg.

Als ihr Gatte schwer erkrankte, wurde es ruhiger um sie und nach seinem Tod begann sie als Sekretärin zu arbeiten und heiratete zum zweiten Mal.

Doch nach einem Radiointerview, das sie 1983 gab, stellte sie fest, dass ihr Publikum sie noch nicht vergessen hatte und beschloss, wieder Konzerte zu geben.

In den letzten Jahren lebte La Esterella zurückgezogen in einem Altenheim in Antwerpen. 2001 kam sie noch einmal ins Scheinwerferlicht zurück, als die der VRT-Radio- und Unterhaltungssender Radio 2 in die "Ehrengalerie des flämischen Liedes“ aufnahm.

Ihre Stimme wird wohl weiter in den Ohren von Generationen flämischer Schlager- und Unterhaltungsfans klingen. Eine solche Ikone stirbt wohl niemals wirklich.