Leterme: "Das überschreitet Grenze des Zulässigen"

"Ich finde es schrecklich, was da gesagt wurde. Das überschreitet die Grenzen des Zulässigen. Das geht zu weit", reagiert der scheidende Premier Yves Leterme (CD&V) auf das Interview mit dem ehemaligen Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe.

"Unabhängig von den Schlussfolgerungen des parlamentarischen Ausschusses über sexuellen Missbrauch, denke ich, dass die Kirche Verantwortung zeigen muss. Das kann so nicht weitergehen", sagte der Permier vor Beginn des Ministerrats.

"Das grenzt an das Unglaubliche. Ich hoffe auf eine Reaktion aus Rom, denn das ist schädlich, nicht nur für die Opfer, sondern auch für die Institution als solche", so auch der Minister für Unternehmen , Vincent Van Quickenborne (Open VLD).

Die Vizepremierministerin Joëlle Milquet (CDH) hat ebenfalls einige Ausschnitte des Interviews gesehen und bezeichnete die Äußerungen Vangheluwes als "bedauernswert und schockierend". "Er banalisert ohne Scham inakzptable Fakten" so Milquet, die wie der Premier auf eine Reaktion der Kirche hofft.

PS-Vizepremier Laurette Onkelinx (kleines Foto) nannte die Äußerungen "widerlich". Sie zeigten eine absolute Verachtung der Opfer und der Arbeit des Sonderausschusses. Onkelinx wies darauf hin, dass es in unserem Land eine Tradition des Respekts zwischen der Regierung, des gesellschaftlichen Zusammenlebens und den Religionen gebe und dass sich dies in der Finanzierung der Gottesdienste äußere.

Wenn die Kirche nicht reagiere, zeige sie, dass diese Tradition in Zweifel gezogen werden könnte. Onkelinx hofft, dass dies durch eine Reaktion vermieden werde.