Unglaubliches Interview mit Vangheluwe

In einem Interview mit dem Fernsehsender VT4 gesteht der ehemalige Bischof von Brügge Roger Vangheluwe, dass er einen zweiten Neffen sexuell missbraucht hat. Er sagt auch, dass er mehrere Millionen Franken an den anderen Neffen bezahlt habe, von dem bereits bekannt geworden ist, dass er von Vangheluwe missbraucht wurde.

Das Interview gab Vangheluwe in Frankreich für das Programm "Vlaanderen vandaag". Der 74-jährige Geistliche war letztes Wochenende auf Anweisung des Vatikans in ein Kloster nach Frankreich versetzt worden, um sich einer psychologischen Behandlung zu unterziehen.

“Wie in allen Familien kamen sie zu Besuch und schliefen bei mir. Alle meine Neffen haben so bei mir übernachtet. Bei diesem besagten Neffen begann es wei ein Spiel", sagt der Ex-Bischof in dem Interview. Vangheluwe streitet jedoch ab, den Jungen vergewaltigt oder sonsitge physische Gewalt angewandt zu haben. "Er hat mich übrigens niemals nackt gesehen", so Vangheluwe weiter.

Es sei ein paar Mal im Jahr passiert in einem Augenblick, in dem sie alleine gewesen seien, fährt Vangheluwe fort, der kaum Mitleid zeigt.

In dem Interview erzählt er, er habe den intimen Bereich des Neffen angefasst, aber es sei kein Sex als solcher gewesen. "Ich denke, das hatte nicht wirklich mit echtem Sex zu tun. Es war ein bisschen Intimität von mir ihm gegenüber. Es war eigentlich mehr eine Gewohnheit. Ich muss sagen, dass ich selbst auch nicht gut begreife, dass ich so lange so etwas gemacht habe."

Natürlich habe er gewusst, dass das nicht gut war. "Ich habe das auch regelmäßig meinem Beichtvater gebeichtet. Ich habe immer mit Kindern auf Spielplätzen zu tun gehabt und kein bisschen Anziehung zu einem Kind verspürt."

"Habe meinem Neffen mehrmals eine Million Franken zugesteckt"

Auf die Frage, ob er je Schweigegeld bezahlt habe, antwortete der Ex-Bischof, dass sein Neffe ab und zu um einen Betrag gebeten habe und dann habe er seinem Opfer das Geld gegeben. Es sei ein paar Mal eine Million Belgische Franken gewesen.

"Ich habe ihm nur ein bisschen geholfen, weil ich fand, dass ich ihm unrecht getan habe. Ich habe ihm wiederholt gesagt: 'Wenn Du denkst, dass es öffentlich gemacht werden musss, dann musst Du das tun'".

Was den Missbrauch eines zweiten Neffen betreffe, so führte Vangheluwe aus: "Zu Anfang, als der Neffe noch bei mir übernachtete, ist das auch ein wenig vorgekommen, aber das hörte dann schnell auf." Was er mit 'schnell' meint? "Oh, ein paar Mal… ein Jahr lang. Und weiter nichts, Sie müssen auch nicht weiter suchen, weiter ist nichts mehr passiert."

Auf die Frage , ob er nicht aus der Kirche austreten wolle, nach allem, was passiert sei, sagte der Ex-Bischof: "Pfarrer ist man für das Leben, das kann man mir nicht wegnehmen. Ich werde immer Priester bleiben." Aus eigener Initiative werde er nicht in den Laienstand treten, so Vangheluwe noch.

Vagheluwe war vor einem Jahr als Bischof zurückgetreten, als bekannt wurde, dass er einen Neffen jahrelang sexuell missbraucht hatte. Der Junge war fünf Jahre alt, als es zum ersten Missbrauch kam.

Die Familie der Opfer äußerte sich nach der Ausstrahlung des Fernsehinterviews schockiert. Das hat ihr Anwalt bekannt gegeben. Die Taten seien noch schwerwiegender als von Vangheluwe bisher beschrieben.