Wieder viele Meldungen von Missbrauch

Die verschiedenen Zentren für Allgemeine Wohlfahrt, die im Zuge der Missbrauchsfälle durch katholische Geistliche ins Leben gerufen wurden, haben seit dem TV-Interview von Ex-Bischof Vangheluwe wieder mehr Fälle registriert.

Ein Koordinator dieser Zentren, die rund um die Uhr telefonisch erreicht werden können, sagte, dass sich seit vergangenen Donnerstag, dem Tag der Ausstrahlung des Interviews, bis zu 10 Personen täglich melden. In den vergangenen Monaten erhielten die Zentren gerade einmal einen Anruf am Tag.

Offenbar regt die erneute Berichterstattung zu den sexuellen Übergriffen durch Geistliche gegenüber Kindern und anderen Schutzbefohlenen einst missbrauchte Menschen dazu an, ihre Fälle öffentlich zu machen oder zumindest zu melden.

In vielen Fällen handelt es sich dabei um ältere Personen, die keine Klage gegen Geistliche oder gegen die Priester einreichen willen, sondern, die vielmehr irgendwo ihre persönliche Geschichte loswerden wollen.

Seit diese Zentren im August 2010 eingerichtet wurden, kam es insgesamt zu rund 200 Bitten um Hilfe. In Rund 40 Fällen kam es bis heute sogar zu Therapien, die von der Kirche erstattet werden.

Vangheluwe verlässt französisches Kloster

Ex-Bischof Roger Vangheluwe hat nach dem Mediensturm um sein umstrittenes Fernsehinterview zu seinen Pädophilie-Vorwürfen das Kloster Magdala an der Loire verlassen. Die Klosterleitung hatte seinen Auszug nach dem Rummel um ihn gefordert. Wohin sich der flämische Geistliche begeben hat, ist noch nicht bekannt.