Welche Sprache in Firmen und Krankenhäusern?

Betriebe dürfen in ihren externen Kontakten die Sprache benutzen, die sie möchten. Nur der Sprachgebrauch innerhalb des Betriebes und in offiziellen Dokumenten ist gesetzlich geregelt.

Auch Krankenhäuser dürfen die Sprache benutzen, die sie selber möchten. Nur in Brüssel müssen die öffentlichen Krankenhäuser die Patienten sowohl auf Niederländisch als auch auf Französisch anreden können. Die Notfalldienste aller Brüsseler Krankenhäuser müssen zweisprachig sein.

BETRIEBE IN FLANDERN

Im Betriebsleben in Flandern ist der Sprachgebrauch frei. Sowohl Betriebe als ihre Arbeitsnehmer dürfen grundsätzlich die Sprache benutzen, die sie möchten, auch bei ihrer externen Kommunikation.

Es gibt nur eine Regelung für offizielle Dokumente und für den Sprachgebrauch innerhalb des Unternehmens. Auch nicht-kommerzielle Unternehmen unterliegen dieser Regelung. Für Betriebe in Flandern bedeutet dass, das nicht nur schriftliche und mündliche Mitteilungen des Betriebes an den Arbeitnehmern, sondern auch Anleitungen und Warnungsschilder im Betrieb auf Niederländisch abgefasst sein müssen. Das gilt ebenso für offizielle Dokumente, wie Rechnungen, Lohnzettel und Arbeitsverträge. Diese Dokumente dürfen aber übersetzt werden, obwohl die niederländische Fassung die einzige offizielle bleibt.

Was die übrige Kommunikation eines Betriebes anbetrifft, wird nichts festgelegt. Diese Kommunikation darf in anderen Sprachen erfolgen, sowohl was die mündliche als die schriftliche Kommunikation anbetrifft. Ein Betrieb darf also Briefe auf Deutsch schicken oder Kunden auf Portugiesisch empfangen. Ein Betrieb kann Arbeitnehmer sogar dazu verpflichten, eine andere Sprache zu benutzen. Auch Gespräche zwischen Arbeitnehmern brauchen nicht unbedingt auf Niederländisch zu erfolgen, solange es keine hierarchische Beziehung gibt. Ein Chef muss seinem Untergebenen genau genommen auf Niederländisch ansprechen, umgekehrt ist das nicht erforderlich.

... Auch in der Werbung gilt die Freiheit des Sprachgebrauchs, insoweit es sich um Werbung von Privatbetrieben handelt. Werbeprospekte und Plakate dürfen in andere Sprachen abgefasst werden, sogar wenn die Plakate auf offiziellen Schildern, in Bahnhöfen, Wartehäuschen an Bushaltestellen oder Straßenbahnen geklebt werden. Die Einwohner der Flämischen Region und die Flämischen Behörden schätzen es, wenn nur das Niederländisch für Werbematerial verwendet wird, als eine Äußerung des Respekts vor der Region. Eine Frage des Respekts. Anders ist es für Werbung, die von den Behörden ausgeht. Anzeigen, Faltblätter, Radio- und Fernsehspots in Flandern müssen auf Niederländisch sein....

KRANKENHÄUSER

Krankenhäuser und Altenheime sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, ihre Patienten in deren Muttersprache anzusprechen. Auch in Brüssel gilt diese Verpflichtung nicht, allerdings nur nicht für Privatkrankenhäuser und Unikliniken.

Für öffentliche Krankenhäuser, die dem Sozialnetz OCMW angeschlossen sind, gelten andere Regeln. Alle öffentlichen Krankenhäuser in Brüssel müssen ihre Patienten sowohl auf Niederländisch als auch auf Französisch bedienen können und sie müssen alle Dokumente und den Briefwechsel in beiden Sprachen ausführen können. Die gleiche Regel gilt für Altersheime. Die Brüsseler Privataltenheime sind gesetzlich nicht verpflichtet, auf Niederländisch zu kommunizieren, die öffentlichen Altenheime aber schon.

Bei der Notaufnahme ist die Sprachregelung viel strenger. Alle Notaufnahmen in Brüssel, auch die der Privatkliniken, müssen in beiden Sprachen ihre Patienten behandeln, also auf Niederländisch und Französisch weiterhelfen können.

Quelle: "Living in Translation" von Michaël Van Droogenbroeck ist eine Initiative der Organisation "de Rand". Sie können die Broschüre auch im Internet lesen unter http://www.livingintranslation.be/.