Unterhändler Beke will mehr Diskretion

"Ich kann meinen Auftrag nur erfüllen, wenn bei allen neun betroffenen Parteien der feste Wille vorherrscht, aktiv an der Suche nach einer Lösung mitzuwirken." Mit diesen Worten ruft der königliche Unterhändler Wouter Beke (CD&V) die betroffenen Parteien zur Ordnung. Er will Diskretion.

"Am 2. März hat Wouter Beke seinen Auftrag als königlicher Unterhändler angenommen. Er soll vor allem in Absprache mit den Vorsitzenden der N-VA und PS arbeiten. Wouter Beke hält sich an die Absprachen und arbeitet auf dieser Grundlage weiter", heißt es in einer kurzen Mitteilung.

Er wiederholt auch seine Aufforderung zur Diskretion. "Am 2. März sagte Beke, dass Diskretion, Vertrauen und Verantwortung dabei die Schlüsselwörter seien. Das gilt heute noch stets."

Beke reagiert mit der Mitteilung auf Äußerungen, die in den vergangenen Tagen in den Medien gemacht wurden. Kritisiert wurde seit einiger Zeit vor allem die N-VA. Gestern noch ließen die Open VLD und SP.A wissen, dass sie von der Haltung des N-VA-Vorsitzenden Bart De Wever nichts halten.

Selbst bei den flämischen Christdemokraten von der CD&V kommt immer mehr Kritik an den flämischen Nationalisten von der N-VA auf. So warf der CD&V-Parlamentsabgeordnete Servais Verherstraeten der N-VA vor, sie würde sich nicht ausreichend mit den anderen flämischen Parteien beraten. Die Kritik verärgerte wiederum die N-VA. Alt-Premier Mark Eyskens (CD&V) ist am heutigen Dienstagmorgen sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Er rief seine Partei auf, um schnell eine Regierung ohne die N-VA zu bilden.

"Nicht ohne die N-VA"

Unterdessen haben sich die  Spitzenpolitiker von den flämischen Christdemokraten CD&V, Kris Peeters und Yves Leterme, von den Äußerungen der Parteikollegen Mark Eyskens und Wilfried Martens distanziert.

"Ausgeschlossen, dass wir eine Regierung ohne die N-VA bilden. Das ist die Parteilinie", so der flämische Ministerpräsident Peeters.

Die Äußerungen von Mark Eyskens und Wilfried Martens seien unglücklich und töricht, sagte Peeters. Eyskens - und mit weniger scharfen Worten auch Martens - hatten für den Ausschluss der N-VA bei der Regierungsbildung in der Frühsendung unseres VRT-Radios plädiert.

Die Aussagen seien auch strategisch nicht gerade klug und würden den Standpunkt der Partei keinesfalls entsprechen, so Peeters noch.