Mutmaßlicher Kriegsverbrecher verhaftet

Ein mutmaßlich an Kriegsverbrechen beteiligter Ruander ist im Brüsseler Stadtteil Laken verhaftet worden. Der in Ruanda gesuchte Mann lebte ganz normal in einer Sozialwohnung und hatte selbst einen Eintrag im lokalen Telefonbuch in Laken.

Mathias Bushishi, der frühere Staatsanwalt von Butare in Ruanda, ist, wie jetzt bekannt wurde, bereits am Montag in seinem Appartement im Brüsseler Stadtteil Laken verhaftet worden.

Der Mann wird in seiner ruandischen Heimat Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verdächtigt. Er stand an 16. Stelle einer Liste von 171 gesuchten Kriegsverbrechern in Ruanda nach dem Völkermord im Mai 1994 (Fotos).

Nach Angaben der Tageszeitungen De Morgen und La Dernière Heure soll Bushishi am 31. Mai 1994 an einer geheimen Sitzung des ruandischen Sicherheitsrates teilgenommen haben. Dort soll der Völkermord an Mitgliedern des Tutsi-Stamms in seiner Region Butare vorbereitet worden sein.

Nach Angaben der beiden Tageszeitungen lebte Bushishi als ganz normaler Bürger in einer Sozialwohnung in Laken und verfügte sogar über einen Eintrag im örtlichen Telefonbuch. Nach seiner Verhaftung am Montag wurde er in die Brüsseler Haftanstalt Vorst eingeliefert. Über die Ergebnisse der ersten Verhöre wurde bis Mittwochmittag noch nichts bekannt.