Stecken Flanderns Sozialisten in der Krise?

Der Antwerpener Sozialist Erik De Bruyn (Foto) verlässt die SP.A und will eine eigene linke Bewegung gründen. Für ihn, der sich schon länger mit der SP.A überworfen hat, braucht es heute eine "echte" linke Partei in Flandern.

Eine neue Partei müsse linke Antworten auf die Herausforderungen geben, vor denen Flandern stehe, so Erik De Bruyn, der am Wochenende seine SP.A-Parteikarte zurückgab.

Vor fünf Jahren hatte De Bruyn bereits innerhalb seiner Partei eine linke Abspaltung ins Leben gerufen. Unter dem Parteikürzel SP.A-Rood hatte er eine Art Gegenbewegung gegen des Generationenpakt in Belgien gegründet, denn dieser Pakt war für ihn und seine Mitstreiter damals eine unsoziale Idee, die die Renten und die soziale Gerechtigkeit in Belgien nicht retten konnte.

2007 wurde Erik De Bruyn national bekannt, als er sich bei den Wahlen zum neuen SP.A-Parteivorsitzenden als Gegenkandidat für Caroline Gennez aufstellen ließ. Gennez gewann damals, doch De Bruyn erhielt auf Anhieb aus dem Nichts ein Drittel der Stimmen der Parteimitglieder.

De Bruyn wirft seiner Partei vor, dass sie nicht auf die Basis hört und dass sie sich angesichts der Herausforderungen, vor denen Flandern und Belgien stehe, nicht ausreichend profiliere. Die Partei sei unter Gennez nicht weitergekommen, sei nicht linker geworden und habe auch noch immer kein deutliches Profil. Deshalb habe er entschieden, kurz vor dem großen Tag der Sozialisten, dem 1. Mai, seine Mitgliedschaft aufzukündigen.

Jetzt will er eine neue linke Front gegen den Rechtsruck in Flandern aufbauen, die ehrlich und gradlinig ein deutliches Anti-Establishment-Image haben soll. Nach eigenen Angaben soll ROOD! eine linke Bewegung mit Stil werden, die ein erstes Zeichen Ende nächstes Jahr bei den Kommunalwahlen in Belgien setzen wolle.