Leterme: "Erleichterung, Wachsamkeit"

Der scheidende Premierminister Yves Leterme sagte, dass der Tod Osama bin Ladens zur Erleichterung geführt habe, aber auch erhöhte Wachsamkeit verlange, vor allem bei den belgischen Soldaten in Afghanistan.

"Viele Menschen sind erleichtert, insbesondere die Opfer der Anschläge. Unter normalen Umständen hätte man ein Gerichtsverfahren erwarten können, aber ich denke, dass das im Hinblick auf das, was in der Vergangenheit aufgrund der Initiative Osama bin Ladens passiert ist, eine gute Lösung ist", sagte Leterme.

Mit dem Ausschalten des Symbols "Bin Laden" wird die ganze Welt eine zeitlang wachsam sein müssen, denn es könnte zu neuen Anschlagsversuchen oder Racheakten islamistischer Terroristen  kommen, so Leterme.

Dem Premierminister zufolge werde die Regierung in den nächsten Stunden und Tagen zusammen mit der zuständigen Behörde, die die Terrorgefahr in unserem Land analysiert, untersuchen, ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen genommen werden müssen.

Die belgischen Truppen in Afghanistan  bleiben normalerweise bis Ende dieses Jahres dort im Einsatz. "Die Anwesenheit der Soldaten wird ständig neu bewertet und das wird in den nächsten Tagen auch wieder geschehen", sagte Leterme noch.

Was ändert sich für belgische Soldaten in Afghanistan?

Der scheidende Verteidigungsminister Pieter De Crem sagte, dass der Tod von Osama bin Laden das Ende einer knapp zehn Jahre anhaltenden Suche sei. Er bestätigte, dass Belgien nicht direkt über den Schlag gegen Bin Laden informiert gewesen sei, aber dass es in letzter Zeit Hinweise auf eine verstärkte Suche gegeben habe.

Was die belgische Präsenz in Afghanistan betrifft, hoffe De Crem, dass der Tod Bin Ladens zu einer schnelleren Stabilität des Zustands in diesem Land führen werde. Das hieße aber nicht, dass die militärische Präsenz in Afghanistan direkt zurückgeschraubt werden könne.

Wir müssten uns außerdem vor den Nachbeben, die diese Aktion mit sich bringen könnte, hüten. Unsere Soldaten seien gut ausgebildet und motiviert und sie bildeten die afghanische Armee aus. Man könnte von einem Führungsauftrag sprechen, aber in einer Region, die noch eine Weile hochexplosiv bleiben werde, könnten immer unerwartete und unvorhersehbare Dinge passieren, so De Crem noch.