2.000 Obdachlose in Brüssel

Einer Zählung zufolge, die im vergangenen November durchgeführt wurde, halten sich in Brüssel knapp 2.000 Obdachlose auf. Das ist 13 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Das hat La Strada, das Ressourcenzentrum der Brüsseler Region für Obdachlosenhilfe, am Freitag mitgeteilt.

Die Zählung erfolgte kurz vor der Einrichtung von Winterlagern für Obdachlose durch Mitglieder verschiedener Vereinigungen und Institutionen. Das Ziel der Zählung ist, eine wirtschaftliche und soziale Strategie zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit zu entwickeln, die effizient ist.

Insgesamt wurden 1.944 Personen ohne ständige Unterkunft  registriert, aber La Strada, betont, dass diese Zahl nur eine Tendenz wiederspiegele. So konnte eine Anzahl Personen nicht mitgezählt werden, die irgendwelche Häuser besetzen oder die von den Behörden unter der Rubrik "außerhalb der Einrichtungen" geführt werden. Außerdem beruhen die Zahlen auf einer Momentaufnahme und einige Personen tauchen in der Öffentlichkeit gar nicht auf.

Es wurde beobachtet, dass 22% der Obdachlosen keinerlei finanzielle Hilfe in Anspruch nimmt (17% auf der Straße und 5% der Hausbesetzer). Festgestellt wurde auch, dass sich die Mehrzahl, also 84 Prozent der Obdachlosen, in der Innenstadt Brüssels aufhält. Davon nutzt über die Hälfte die drei großen Bahnhöfe von Brüssel, also den Süd-, den Zentral- und den Nordbahnhof.

Außerdem ist aufgefallen, dass die Anwesenheit weiblicher Obdachloser auf der Straße viel geringer ist (18 Prozent) als die der Männer (82 Prozent).

Die Zahlen bedeuten insgesamt eine hohe Belastung für das öffentliche Sozialhilfezentrum der Stadt Brüssel, betonten die zuständigen Brüsseler Ministerinnen Brigitte Grouwels und Evelyne Huytebroeck am Freitag. In den großen Sommerferien werden übrigens die Obdachlosenplätze für den nächsten Winter geplant.