Picknick-Demo gegen politische Sackgasse

Rund 700 Menschen sind am Samstag durch Brüssel gezogen, um gegen die schleppenden Verhandlungen zur Staatsreform und Regierungsbildung zu demonstrieren. Danach haben die Demonstranten ein gemeinsames öffentliches Picknick im Park von Koekelberg unternommen.

Der Demonstrationszug begann um 12 Uhr am Nordbahnhof und führte zum Elsiabethpark in Koekelberg. Die Demonstranten legten eine Strecke von etwa 2 Kilometern zurück. Die Veranstalter wollten einen festlichen Umzug daraus machen, deshalb liefen auch Blaskapellen und andere Musikgruppen mit.

Nach der Demo organisierten die Veranstalter im Park von Koekelberg ein Massenpicknick und ein Volksparlament, um Eintracht und Zusammengehörigkeit zum Ausdruck zu bringen. So kamen unter anderem auch bekannte Belgier wie Wouter Deprez, Daan, Arno, Dimitri Verhulst und Jaco Van Dormael auf einer Tribüne zu Wort.

Die Teilnahme war weniger groß als erwartet. Laut dem Schriftsteller Dimitri Verhulst lasse die Situation die Menschen gleichgültig. "Ich fürchte, dass sich die Menschen daran gewöhnt haben, ohne Regierung zu leben", sagte er. "Sie sind auch schlecht informiert und begreifen nicht, welchem Risiko wir entgegengehen, denke ich."

"Nicht in unserem Namen"

Die Demonstration und das Picknick sind eine Initiative des Bündnisses “Nicht in unserem Namen”, eine Gruppe aus rund 100 Organisationen. Diese reichen von royalistischen Belgienfans, soziokulturellen Vereinigungen, über Friedensgruppen bis hin zu Gewerkschaften und Studentenvereinen.

Ziel ist, eine Bürgerbewegung zu schaffen. So werden auch Diskussionsrunden organisiert und in Gesprächen werden die  Menschen auf den Ernst der Lage hingewiesen.

"Mit dieser Aktion fordern wir den Erhalt der sozialen Sicherheit auf Bundesebene. Wir wollen auch, dass Brüssel ihre Würde zurückerhält und als eine Art Labor für die Zukunft betrachtet wird. Wir wollen außerdem weg von der Sprache der Polarisierung. Wir wollen wirklich eine Zukunft für unser Land, das vielfältig und mehrsprachig ist."

Das Bündnis "Nicht in unserem Namen" hat bereits verschiedene Aktionen durchgeführt, unter anderem die SHAME-Demo am 23. Januar in Brüssel und die Frittenrevolution am 17. Februar. Zur SHAME-Demo waren rund 34.000  Teilnehmer gekommen und auch bei der Frittenrevolution hatten tausende Menschen mitgemacht.

Das öffentliche Picknick am Samstag fand übrigens in Anlehnung eines berühmten Magritte-Gemäldes unter dem Namen "Ceci n’est pas een picnic” statt.