Ratingagentur stuft Belgien nicht ab

Es sieht nicht danach aus, als würde die US-Ratingagentur Standard & Poor’s Belgien in Kürze abstufen. Damit revidiert die Ratingagentur ihre eigene Hiobsbotschaft vom Dezember zumindest teilweise. Damals hatte sie damit gedroht, Belgiens Einstufung zu senken, falls bis Juni keine Regierung gebildet sei.

Am 14. Dezember 2010 hatte die Ratingagentur Standard & Poor's, eine der drei großen Gesellschaften weltweit zur Bewertung und Analyse der Kreditwürdigkeit, eine Warnung ausgesprochen. Die Ratingagentur hatte damals den Ausblick für Belgien von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Außerdem drohte Standard & Poor's damit, im Juni die Kreditwürdigkeit, das heißt die Einstufung unseres Landes, zu  senken, falls bis dahin noch keine Regierung gebildet sei.

Derzeit erhält Belgien die zweithöchste Stufe AA+. Eine Abstufung bedeutet, dass Kreditbewerter unserem Land weniger zutrauen, seine Schulden zurückzahlen zu können. Aufgrund einer niedrigeren Einstufung müsste Belgien höhere Zinsen auf neue Staatsschulden zahlen. Es wäre dann für Belgien teurer, Geld auf den Finanzmärkten zu leihen. Die Folgen wären auch für Privatleute und Unternehmen spürbar.

Die Gefahr einer Abstufung unseres Landes im Juni, ein Jahr nach den letzten belgischen Wahlen, ist nicht völlig vom Tisch, aber Standard & Poor's relativiert jetzt ihre Aussage. Möglicherweise ist die relativ gute Wirtschaftsentwicklung Belgiens ein Grund hierfür. Die Frage ist, ob die Politiker, die über die Bildung einer neuen Regierung verhandeln müssen, nun auch finden, dass der Druck weg ist.

Die Agentur bewertet die Kreditwürdigkeit im Juni übrigens neu.

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