Bindet der König die N-VA zu wenig ein?

Nach Ansicht der N-VA-Abgeordneten Lisbeth Homans gibt König Albert II. den flämischen Nationaldemokraten zu wenig Verantwortung. Die stärksten Partei Flanderns und Belgiens sei kaum eingebunden.

Lisbeth Homans, Abgeordnete der flämischen Nationaldemokraten N-VA im Bundesparlament, kritisierte in der VRT-Sonntags- Talkshow "De zevende Dag - Der siebte Tag“, dass das belgische Staatsoberhaupt ihre Partei zu wenig in die Lösung der politischen Krise im Land einbinde.

Homans warf König Albert II. vor, dass er entscheide, wer einen Auftrag als Vermittler erhalte und wer nicht. N-VA-Parteichef Bart De Wever zum Beispiel, sei bisher kaum zum Zuge gekommen. Nach Ansicht der flämischen Abgeordneten sollte die N-VA als numerisch stärkste Partei in Belgien eigentlich automatisch mit einer Initiative zur Regierungsbildung betraut werden.

Homans These fand bei den anderen Gesprächsteilnehmern während der Sendung keine Zustimmung. Quasi alle anderen Parteien waren der Ansicht, es sei jetzt nicht der geeignete Zeitpunkt, um die Monarchie in Frage zu stellen, denn es sei nicht die Schuld des Königs, dass die Bemühungen um eine Regierungsbildung mit umfassender Staatsreform derzeit so problematisch verlaufe.