"Griechenland braucht keine Umschuldung"

Eine "Neuordnung der Staatsschulden" für Griechenland sei nicht nötig, um aus den Wirtschaftsproblemen zu gelangen. Das hat der EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zum heutigen Europatag, auch Schuman-Tag genannt, in der Frühsendung des VRT-Radios betont.

Die Europäische Union prüft derzeit jedoch, ob die Griechen nächstes Jahr, sobald die Garantien des Europäischen Hilfsfonds ablaufen, einen extra Kredit nötig haben.

Ein Euro-Austritt oder eine völlige Neuordnung der Staatsschulden sei ausgeschlossen. Herman Van Rompuy: "Derzeit wird die Möglichkeit geprüft, ob Griechenland 2012 teilweise seiner Finanzprobleme aus eigener Kraft Herr werden kann und unter welchen Auflagen es dann weitermachen könnte."

Auf die Frage, ob die Griechen um einen weiteren Kredit bitten könnten, antwortete Van Rompuy noch: "Das ist nicht unmöglich. Aber das steht derzeit ja gerade zur Diskussion."

Es sei auf jeden Fall Gesprächsthema. "Wenn es sein muss, wird das auch passieren. Darum geht es aber gar nicht. Es geht darum, unter welchen Auflagen das sein wird." 

"Über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone oder eine  erzwungene Reduzierung der Gesamtschuld, eine Neuordnung der Schulden, wird überhaupt nicht gesprochen."

Vor dem Hintergrund der griechichen Krise plädieren einige Politiker immer wieder für eine Umschuldung des Landes, das heißt für eine Neuverhandlung Athens mit den Gläubigern über die Rückzahlung der Schulden. Van Rompuy hat sich am Montag also gegen eine solche Umschuldung ausgesprochen.