Ex-Frau Dutroux am Dienstag entlassen?

Michelle Martin, die Ex-Frau des verurteilten Kinderschänders Marc Dutroux, könnte schon am morgigen Dienstag frei gelassen werden. Das Strafvollzugsgericht hat entschieden, dass es keine Einwände mehr gegen ihre Freilassung gebe. Die Staatsanwaltschaft kann allerdings noch Revision gegen diese Entscheidung beantragen. Martin wurde 2004 zu 30 Jahren Gefängnis wegen ihrer Mitschuld im Fall-Dutroux verurteilt.

Die 51-jährige Martin sitzt seit 1996 im Gefängnis. Sie wurde im gleichen Jahr verhaftet und 2004 zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, weil ihr nachgewiesen wurde, ihrem pädophilen Ehemann Marc Dutroux bei dessen kriminellen Taten geholfen zu haben.

Martin hat inzwischen die Hälfte ihrer Strafe verbüßt. Das Strafvollzugsgericht hatte sich bereits zum vierten Mal mit einem Antrag von Michelle Martin auf Freilassung unter Bedingungen befasst, zuletzt im November 2009. Jetzt hat das Strafvollzugsgericht also keine Einwände mehr gegen die Freilassung.

Die Staatsanwaltschaft kann noch gegen diese Entscheidung Revision beantragen. In diesem Fall muss Martin noch mindestens 2 Wochen in Haft bleiben.

Martin wurde bereits 1989 wegen Vergewaltigung minderjähriger Mädchen verurteilt. Sie wurde damals zu 5 Jahren Haft verurteilt, wurde aber 1992 vorzeitig aufgrund der Anwendung des Gesetzes Lejeune entlassen.

Eltern der Opfer nicht über vorzeitige Entlassung informiert

Falls Michelle Martin vorzeitig entlassen wird, muss sie sich an bestimmte Vorgaben halten. So darf sie nicht in die Nähe der Familien der Opfer kommen, nicht mit den Medien sprechen und muss, soweit möglich, den Schadensersatz weiter bezahlen. Außerdem wird ihr vorgeschrieben, wo sie wohnen darf.

Einige Eltern der Opfer wussten nicht, dass Martin möglicherweise vorzeitig entlassen wird. Paul Marchal findet es schade, dass er die Nachricht über die Presse erfahren muss. Jean Lambrecks bedauert die vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung.