"Die neuen Regelungen sind diskriminierend"

Nach Ansicht des Zentrums für Chancengleichheit und gegen Rassismus sind die neuen Regelungen zur Familien-Zusammenführung diskriminierend. Vor allem für die Belgier selber.

Die neuen Regelungen zur Familien-Zusammenführung führen dazu, dass Belgier im eigenen Land benachteiligt werden. Dies sagt Jozef De Witte, der Leiter des staatlichen Zentrums für Chancengleichheit und gegen Rassismus.

Familien-Zusammenführung ist einer der Hauptgründe für Einwanderung in Richtung Belgien. Jährlich kommen über diesen Weg bis zu 40.000 Ausländer in unser Land. Die neuen dies betreffenden Regelungen der Behörden legen fest, dass Einwohner aus Nicht-EU-Staaten, die ihren Lebenspartner oder ihre Kinder ins Land holen wollen, beweisen müssen, dass diese Neuankömmlinge nicht dem Staat zu Lasten fallen dürfen.

Weiter müssen Belgier, die einen Nicht-EU-Bürger heiraten möchten, älter als 21 Jahre sein müssen. Bei Ausländern, die in Belgien leben, ist dies aber nicht der Fall. Sie dürfen in solchen Fällen schon mit 18 heiraten. Nach Angaben von Zentrumsleiter Jozef De Witte (Foto) besteht in den benachbarten Niederlanden ein ähnlich strenges Gesetz, doch dies verlagert lediglich das Problem - nach Belgien und wieder zurück:

"Heute ziehen viele Niederländer für eine Zeit lang nach Belgien um, weil sie in ihrem Land nicht heiraten können. Danach gehen wie wieder in ihre Heimat zurück. Durch die aktuelle Regelung in Belgien wird dieser Weg wohl kaum beendet, im Gegenteil.“

Eigentlich, so De Witte, müsste man jetzt einen solchen Weg schaffen, über den Belgier nach Frankreich, nach Deutschland oder in die Niederlande gehen können, um doch noch zu ihrem Recht zu kommen, ein Recht, dass sie in Belgien nicht mehr haben. Das Zentrum für Chancengleichheit und gegen Rassismus fordert in seinem aktuellen Jahresbericht, dass diese Unterschiede zwischen Belgiern und anderen EU-Bürgern wieder abgeschafft wird.