Henri Nannen-Preis für Stefan Vanfleteren

Der flämische Fotograf Stefan Vanfleteren hat den Henri Nannen-Preis 2011 für die beste Foto-Reportage erhalten. Er erhielt diese prestigeträchtige Auszeichnung für eine Reportage über Tomi Ungerer.

Der flämische Fotograf Stefan Vanfleteren gilt in Belgien als einer der besten seiner Zunft. Er publiziert in den renommiertesten Blättern des Landes und zeichnet sich durch eine sehr gelungene Mischung von Kunst und Reportage aus. Seine Arbeiten sind durchweg in schwarz-weiß und treffen dadurch und durch seine besondere Beobachtungsgabe stets die Essenz dessen, was erzählt werden soll.

Dies blieb auch der diesjährigen Jury des Henri Nannen Preises, den der Hamburger Gruner + Jahr-Verlag vergibt, nicht verborgen. Sie gab Stefan Vanfleteren den Preis für die beste Foto-Reportage für eine Arbeit in der schweizerischen Kulturzeitschrift "Du“.

Darin folgte er dem achtzigjährigen Zeichner, Illustrator, Grafiker und Schriftsteller Tomi Ungerer. Der gebürtige Elsässer lebt und arbeitet oft in seinem Atelier in Südirland, wohin sich Vanfleteren für die Dauer von vier Tagen mit einem Packen Schwarz-Weißfilme begab. Stefan Vanfleteren wusste im Vorfeld, dass es etwas besonders war, dem eher medienscheuen Elsässer aus nächster Nähe folgen zu dürfen.

Herausgekommen ist eine wunderbare Reportage, die Tomi Ungerer auf eine sehr persönliche und respektvolle Weise porträtiert. Auf der Internetseite des Henri Nannen Preises ist die Reportage "Es gibt was Neues hier seit gestern“ aus der "Du“ zu sehen.

Tim Hetherington

Stefan Vanfleteren gab nach der Preisverleihung an, dass er sehr überrascht gewesen sei, denn er war davon ausgegangen, dass die Jury den diesjährigen Preis posthum an den erst kürzlich in Lybien ums Leben gekommenen Fotografen Tim Hetherington zuerkennen würde, denn er war auch unter den drei Nominierten.

Er habe sich selbst sogar darum bemüht, dass Hetherington diesen Preis erhalten sollte, doch die Jury hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits für den Flamen entschieden. Deshalb widmete Vanfleteren den mit 5.000 € dotierten Preis seinem bei der Arbeit ums Leben gekommenen Berufskollegen.