Keine Berufung gegen Martins Freilassung

Die Staatsanwaltschaft von Mons geht gegen die vorzeitige Freilassung von Michelle Martin, der Ex-Frau des Kinderschänders Marc Dutroux nicht in Berufung. Frankreich will sie zudem nicht aufnehmen.

Der Generalstaatsanwalt von Mons gab am Dienstagnachmittag bekannt, dass sie keine Kassationsbeschwerde gegen Michelle Martin einreichen wird. Damit steht der vorzeitigen Haftentlassung der früheren Ehefrau des verurteilten Kinderschänders Marc Dutroux kaum noch etwas im Wege.

Martin, die sich nach Angaben ihres Anwalts die gesamten 15 Jahre ihrer bisherigen Haft - sie war wegen Mitschuld an den Verbrechen ihres Ex-Mannes zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden - auf ihre vorzeitige Entlassung vorbereitet hatte, will sich nach Erlangung ihrer Freiheit in ein Kloster in Frankreich zurückziehen.

Doch dazu muss sich die belgische Justiz noch mit den französischen Behörden auf eine mögliche Prozedur einigen, was wohl noch einige Zeit dauern wird. Wann Michelle Martin, die nach belgischer Gesetzeslage ein Recht auf vorzeitige Haftentlassung hat, auch wenn dies in der öffentlichen Meinung speziell in diesem Fall sehr umstritten ist, freigelassen werden soll, ist noch offen.

Kein Interesse von französischer Seite her

Beim französischen Justizministerium ist bisher noch keine offizielle Anfrage, ob MIchelle Martin in Frankreich aufgenommen werden kann, eingegangen. Doch am Mittwoch wurde bekannt, dass Frankreich kein Interesse daran hat, die Ex-Frau von Marc Dutroux aufzunehmen.

Ein solcher Vorgang hätte ohnehin Monate dauern können und somit kann der Gefängnisaufenthalt von Michelle Martin in einer belgischen Zelle wohl noch einige Zeit dauern.