Literaturpreis für Buch über einen Kannibalen

Der flämische Schriftsteller Yves Petry ist in Amsterdam mit dem Libris Literaturpreis ausgezeichnet worden. Er erhielt diesen Preis für ein Buch über einen deutschen Kannibalen und dessen freiwilliges Opfer.

"De Maagd Marino“ beruht auf der wahren Geschichte eines deutschen Kannibalen, der 1996 in Rotenburg/KreisFulda ein freiwilliges Opfer für seine Neigung gefunden hatte. Er hatte sein Opfer mit dessen vollem Einverständnis ums Leben gebracht und wochenlang von dessen im Tiefkühler eingefrorenen Körperteilen gegessen.

Die Jury des Libris Preises in Amsterdam nannte das Buch ein Meisterwerk, das sowohl treffsicher, als auch intrigierend sei. "De Maagd Marino“ erzähle in prachtvollen Bildern und beleuchte diese Geschichte aus einer besonderen Perspektive. Petry sprach mit dem Mann in dessen Gefängniszelle.

Ein Thema, das seinerzeit für die Skandalpresse ein gefundenes Fressen für heftigste Schlagzeilen war, habe Yves Petry zu einem tiefgründigen Roman gemacht. Er war gemeinsam mit fünf Niederländern nominiert, doch seine Qualität habe die der anderen Favoriten deutlich übertroffen, so die Laudatio.

Niederländischer Literaturpreis für Flamen

Yves Petry war der dritte Preisträger dieser prestigeträchtigen niederländischen Auszeichnung in Folge, der aus dem belgischen Bundesland Flandern kommt. 2010 erhielt Bernard Dewulf diesen Preis und im Jahr davor Dimitri Verhulst.

Der 1967 geborene Autor Yves Petry hat eigentlich Mathematik und Philosophie studiert und fand erst später zur Literatur. In seiner noch jungen Karriere schrieb er bereits fünf Romane. Sein Erstlingswerk "Het jaar van de maan“ erschien 1999.