Notfallplan für Kernkraftwerk Tihange

Der belgische Energieversorger Electrabel hat für das Atomkraftwerk Tihange in der Provinz Lüttich einen Notfallplan im Falle von Überschwemmungen vorgelegt.

Das Kernkraftwerk von Tihange bei Huy in der Provinz Lüttich steht am Ufer der Maas. Kraftwerksbetreiber Electrabel legte jetzt einen Plan vor, mit dem die Meiler von Tihange vor einer schweren Überschwemmung durch die Maas geschützt werden können.

Der Notfallplan sieht im Falle von steigenden Pegelständen an der Maas eine sofortige aber sichere Abschaltung der drei Reaktoren des Kraftwerks vor. Dabei sollen sämtliche Kühlsysteme aktiv gehalten werden. Unter anderem sieht der Plan auch vor, dass zusätzliche Schutzmauern das Kernkraftwerk vor Hochwasser schützen sollen.

Allerdings sei das Risiko einer solchen Katastrophe für Tihange sehr klein. Wissenschaftler glauben, dass schwere Überflutungen der Maas nur alle 1.000 Jahre aufkommen könnten, nämlich nur dann, wenn lang anhaltender Regen und eine Schmelze nach langer Schneeperiode zusammenfallen würden.

Lehren aus Fukushima gezogen

Energiemulti Electrabel, der aus den mittlerweile abgeschriebenen Meilern von Tihange ansehnliche Gewinne zieht, gab an, aus den Erfahrungen nach dem Atomunfall von Fukishima in Japan gelernt zu haben. Vor allem die Überschwemmungen nach dem Tsunami vor einigen Wochen hätten dazu beigetragen.

Der Notfallplan für Tihange ist aber auch eine Forderung von Seiten der staatlichen Kontrollbehörde FANC, die über die Sicherheit der nuklearen Einrichtungen in Belgien wacht.