Wo bleiben Auslandsinvestoren für Belgien?

Letztes Jahr hat unser Land erneut weniger ausländische Investoren angezogen. Die Zahl sank von 177 im Jahr 2009 auf 166 im letzten Jahr. Das geht aus Global Business Services, dem Jahresbericht von IBM über Auslandsinvestitionen in Belgien, hervor. Das schreibt die Zeitung De Tijd.

2010 investierten in Flandern 108 ausländische Firmen in ein neues Projekt oder in neue Aktivitäten. Damit wurden rund 3.900 Arbeitsplätze hierzulande geschaffen. Besonders gut schnitt die Provinz Antwerpen ab und verdrängte zum ersten Mal Brüssel von Platz eins.

In Wallonien ging die Zahl der ausländischen Investitionen stark zurück. Wallonien konnte nur 36 ausländische Projekte  anziehen. Das ist eine Halbierung im Vergleich zu 2009.

IBM macht sich Sorgen über den strukturellen Rückgang der Zahl ausländischer Investitionen in Belgien. Wir schneiden schlechter als unsere Nachbarländer ab, die viel mehr Investitionen in ihr Land geholt haben. Laut Roel Spee von IBM seien die hohen Lohnkosten ein Grund für das Ausbleiben neuer Investitionen. 

"Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern hinkt Belgien seit einigen Jahren hinterher. Die Lohnkosten hierzulande sind eindeutig höher als in den umliegenden Ländern", betont Spee. "Sobald sich ein Unternehmen zwischen Niederlassungen, die vergleichbar sind, entscheiden muss, entscheidet es sich für andere Länder. Das kann man vor allem bei Großprojekten in der Produktion oder bei großen Dienstleistungszentren feststellen, die anfällig für höhere Lohnkosten sind."