Streik im Güterverkehr weitet sich aus

Aufgrund eines Streiks im Güterverkehr in der Region von Namür kommt es auch im Reiseverkehr zu Problemen. Der Grund für die Arbeitsniederlegungen ist in geplanten Stellenstreichungen bei NMBS/SNCB Logistics zu suchen.

Seit Freitagmorgen ist die Bahnverbindung zwischen Brüssel und Luxemburg gestört. Züge, die in Richtung Luxemburg, Frankreich oder Italien und Schweiz fahren, fallen aus oder werden umgeleitet.

In Namür blockieren die Angestellten des nahegelegenen Rangierbahnhofs von Ronet.

Dort sind derzeit 46 Mitarbeiter beschäftigt, doch rückläufige Geschäftszahlen bei der Gütersparte der belgischen Bahn sorgen für weniger Züge und deshalb droht dort ein Abbau der Rangieraktivitäten.

Vor einiger Zeit hatten die Gewerkschaften und die Bahnverwaltung abgesprochen, dass es bei der Reform von NMBS/SNCB Logistics nicht zu Entlassungen kommt, doch das glauben die Gewerkschaftsvertreter in Ronet bei Namür nicht mehr, denn sicher sei, dass dort faktisch Arbeitsplätze wegfallen werden.

Von politischer Seite kommt ebenfalls Kritik. Einige Parteien werfen der Bahn vor, wallonische Interessen zu vernachlässigen. Doch hier entgegnete man, dass nicht nur in Ronet weniger Züge zusammengestellt werden sollen, sondern auch in den flämischen Rangierbahnhöfen von Gent und Genk.

Gütersparte mit Verlusten

NMBS/SNCB Logistics schreibt weiter tiefrote Zahlen und die Betriebsprüfer stellen die Frage, in wie fern die Gütersparte eigentlich noch zu halten ist. Die belgische Bahnholding hält weiter an Logistics fest und will die Situation bis 2012 wieder grade biegen. Die NMBS/SNCB brauche mehr Zeit hieß es und ohne die Gewerkschaften wolle man ohnehin keine einschneidenden Maßnahmen durchführen. Von geplanten Entlassungen sei auch nie die Rede gewesen.