Pflegekind zehn Jahre lang gequält

Das Jugendamt muss prüfen, wie es möglich war, dass ein Pflegekind zehn Jahre lang von der Frau brutal misshandelt werden konnte, der es anvertraut worden war. Die zuständige Behörde hatte regelmäßig geprüft, ob in der Familie alles mit rechten Dingen zuging, aber nichts bemerkt.

Der Quälmutter und ihrem damaligen Partner wird zur Zeit der Prozess gemacht. Sie riskiert eine dreijährige Haftstrafe. Die Frau behauptet, die Vorwürfe seien stark übertrieben.

Das Pflegekind war ihr anvertraut worden, weil sich dessen drogenabhängige Mutter nicht um das Mädchen kümmern konnten. Zehn Jahre musste das Kind auf dem Boden schlafen, erhielt keine oder nur verdorbene Nahrung und wurde regelmäßig brutal geschlagen. Vor vier Jahren kam die Misshandlung ans Licht. Da war das Mädchen schon 14 Jahre alt. Seit dann lebte sie in einem Heim. Noch heute ist die junge Frau völlig traumatisiert.

Der flämische Landesminister Jo Vandeurzen (Foto) reagierte „geschockt“ auf diesen Fall. „Die zuständige Behörde und das Jugendamt waren nicht informiert. Aber auch wenn die Pflegemutter die Misshandlung des Kindes sehr geschickt verheimlichte, ist es doch völlig unverständlich, dass diese Grausamkeiten so lange unentdeckt blieben“, so der Minister. Er ordnete eine Überprüfung an.