Skepsis in den flämischen Zeitungen

Die Meldung, dass der König Elio Di Rupo mit der Regierungsbildung beauftragt hat, ist jeder Tageszeitung in Belgien natürlich eine Schlagzeile wert. Dabei ist eine Konstante festzustellen: In den Kommentaren der flämischen Blätter überwiegt die Skepsis.

Het Laatste Nieuws zum Beispiel kommentiert mit den Worten: "Am 337. Tag schuf König Albert II. einen Regierungsbildner. Doch die Erwartungen sind nicht gespannt." Hoffentlich schare der Formator jetzt nicht wieder zuerst die üblichen Lobbyisten um sich und beginne schnell mit seiner eigentlichen Arbeit, so der Leitartikler.

Het Nieuwsblad fällt es schwer, um bei der "338. Episode der Soap, die wir Regierungsbildung nennen“, nicht zynisch zu werden. Allerdings sehe es derzeit so aus, dass Elio Di Rupo endlich begreift, dass er eigentlich Premierminister werden wolle.

De Standaard hält es für bezeichnend, dass Di Rupo den königlichen Auftrag überhaupt angenommen hat, denn nach dem er im September letztes Jahr seinen Auftrag ans Pre-Regierungsbildner zurückgegeben hatte, wuchsen die Zweifel an seinem Engagement.

Bei De Morgen hegt man Zweifel daran, dass Elio Di Rupo große Chancen hat, seinen Auftrag erfolgreich abschließen zu können. Der Leitartikler dort hofft, dass "wir nicht wieder wochenlange Verhandlungen erleben müssen.“ In der Schlagzeile ist De Morgen an diesem Dienstag noch drastischer: "Mission Impossible für Elio Di Rupo“.