Westerschelde: Die Lotsen schlagen Alarm

Die Schiffslotsen, die auf der Westerschelde ihrem Dienst folgen, haben Alarm geschlagen. Sie befürchten Unfälle, da sich die kleinen Flusskreuzfahrtschiffe durch dem immer dichter werdenden Frachtverkehr zwängen müssen.

Hochseeschiffe und Küstenfrachter müssen auf ihrem Weg von und nach Antwerpen auf der Westerschelde Lotsen ab Bord nehmen. Ein Unfall zwischen einem kleinen Kreuzfahrtschiff und einem der riesigen Containerschiffe wäre fatal, wie der belgische Lotsenverband erklärt.

Kreuzfahrten mit Schiffen wird auch auf den Binnenwasserwegen immer populärer. Antwerpen gehört bei Flusskreuzfahrten zu den attraktivsten Zielen in unseren Breitengraden. Hier laufen vor allem Bootsreisen aus Deutschland an.

In Antwerpen und in Gent, der Seehafen der Arteveldestadt wird ebenfalls über die Westerschelde angelaufen, machen jährlich jeweils über 180 solcher Kreuzfahrten halt. Die meisten dieser Schiffe erreichen Flandern über die Wasserstraßen durch die Niederlande.

Zudem sind diese Schiffe, die zumeist eine Tonnage von 200 bis 300 Tonnen aufweisen und rund 200 Passagiere an Bord haben, nicht dazu verpflichtet, Lotsen an Bord zu nehmen. Doch dies werde gerade auf der Westerschelde mit vielen hundert Fracht- und Hochseeschiffen früher oder später zu Unfällen führen, so der Lotsenverband gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad. 70 Seeschiffe täglich, davon manche 10.000 Tonnen schwer, befahren die Westerschelde von oder nach Antwerpen.

Der Verband schlägt jetzt vor, auch Flusskreuzfahrtschiffe zu verpflichten, Lotsen an Bord zu nehmen, bevor sie die Westerschelde erreichen. Dies würde die Lage auf diesem dicht befahrenen Wasserweg deutlich entspannen. Die Westerschelde wird vom belgischen Bundesland Flandern und von den Niederlanden verwaltet. Flanderns Landesministerin für Verkehr und Mobilität, Hilde Crevits (CD&V), wird den Vorschlag der Lotsen analysieren.