"Zehn kleine Negerlein"

Bart De Wever hat der deutschsprachigen Zeitung in Belgien, Grenz-Echo, ein Interview gegeben. In dem Interview, in dem er laut Grenz-Echo, darauf bestanden habe, in Deutsch zu antworten, sagte er, dass alles, was die deutschsprachige Gemeinschaft fordere, von der N-VA unterstützt würde. Auch betonte er noch einmal, dass Di Rupo seine Rolle als Regierungsbildner nun auch tatsächlich wahrnehmen sollte.

De Wever betonte in dem Interview noch einmal, dass es sinnvoller wäre, sich nicht mit neun Parteien an einen Verhandlungstisch zu setzen, sondern von Anfang zu bestimmen, welche Parteien die Koalition bilden sollen. Sitze man mit neun Parteien an einem Tisch, schaffe das ein Klima des Misstrauens, weil man genau wüsste, dass am Ende nicht alle in der Regierung sitzen würden. Es sei dann wie bei dem Roman von Agatha Christie "Zehn kleine Negerlein", bei dem nacheinander zehn Menschen sterben.

Für De Wever ist die Sache klar. Im Interview mit der Zeitung  Grenz-Echo sagte er, dass man das in jedem Land so machen würde: "Die stärkste Partei sagt zuerst, mit welchen Parteien sie verhandeln will und dann wird eine Regierung gebildet."

Was Elio Di Rupo betreffe, so müsse der seine Rolle als Regierungsbildner auch tatsächlich wahrnehmen und explizit sagen, dass er Premierminister des Landes werden wolle. Was er jetzt mache entspräche eher der Rolle eines Informators.

Persönlich gehe es gut zwischen ihm und Di Rupo, fügte er noch hinzu. Er habe viel Respekt vor Herrn Di Rupo, sagte er dem Grenz-Echo Korrespondenten Gerd Zeimers. Das ändere jedoch nichts daran, dass die Vorstellungen der beiden stärksten Parteien, also die PS in Wallonien und der N-VA in Flandern, in fast allen Bereichen gegensätzlich seien. De Wever wollte deshalb auch nichts zu den Erfolgsaussichten Di Rupos sagen, "um die Sache nicht noch schwieriger zu machen, als sie ohnehin schon ist."

Sowohl Wallonien als auch Flandern hätten das Recht, dass ihrer demokratischen Wahl Rechnung getragen werde. "Deshalb sagen wir, dass man das trennen sollte, was man nicht mehr gemeinsam verwalten kann, weil die Wähler in den jeweiligen Teilstaaten andere Prioritäten setzen. Das ist dann eine Staatsreform", so De Wever in dem Interview.

Für die Deurtschsprachige Gemeinschaft werde es übrigens immer eine Sonderstellung geben. "Alles, was die DG fordert, wird die N-VA unterstützen."

Lesen Sie das vollständige Interview im Grenz-Echo.