Belgier machen sich Sorgen um ihr Land

Sechs von zehn Belgiern machen sich Sorgen über die politische Entwicklung unseres Landes. Das geht aus der aktuellen Studie des "Challenges of Europe" vom Gfk Verein hervor. Der fragt die Bürger in 11 europäischen Ländern jährlich nach ihren größten Sorgen. Im Durchschnitt bleibt die größte Sorge des Europäers die Arbeitslosigkeit.

Die politische Sackgasse in unserem Land liegt den Belgiern mehr am Herzen als alles andere. 57 Prozent gibt das als größte Sorge an. Auch in Italien ist der Unmut über die politische Entwicklung im eigenen Land sehr groß, jeder dritte Italiener ist beunruhigt.

Keine Sorgen machen sich die Belgier hingegen über die Bildung, Wohnungen und Mieten und das Gesundheitswesen.

Im Durchschnitt liegt in Europa das Thema Arbeitslosigkeit den Menschen besonders am Herzen. Mit 39 Prozent belegt das Thema auch 2011 wieder den Spitzenplatz auf der gesamteuropäischen Sorgenliste. Für die Belgier fällt der Anteil viel geringer aus. Hierzulande macht sich nur 12 Prozent hierüber Sorgen. Nur in den Niederlanden (6 Prozent) ist die Arbeitslosigkeit noch weniger Thema als in Belgien. In Spanien hingegen sorgen sich gut drei Viertel der Bürger über die Lage auf dem Arbeitsmarkt, was bei einer Arbeitslosenquote von über 20 Prozent wohl kaum verwundert.

Es ist dann auch nicht überraschend, dass bei den Spaniern (30 Prozent) die  Sorge um die  wirtschaftliche Stabilität sehr ausgeprägt ist. In unserem Land beträgt der Anteil nur 6 Prozent. 

Italien (23 Prozent), Franzosen (22 Prozent) und Niederländer (22 Prozent) fürchten die Kriminalität am meisten. Bei den Belgiern ist die Zahl von 18 Prozent 2010 auf 9 Prozent in diesem Jahr zurückgegangen.

Die Kaufkraft rangiert mit 26 Prozent bei den Europäern auf Platz 2. Belgiens Anteil liegt auch hier unter dem Durchschnitt (15 Prozent). In Schweden macht sich niemand Sorgen hierüber.

Die Stichprobe wurde vom Gfk Verein durchgeführt.  Der GfK Verein ist eine 1934 gegründete Non-Profit-Organisation zur Förderung der Marktforschung. Er setzt sich aus etwa 600 Unternehmen und Einzelpersonen zusammen.

Für die Studie wurden 13.300 Personen im Februar 2011 in Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Österreich, Großbritannien, Belgien, Russland, Spanien, den Niederlanden und Schweden befragt. Die Ergebnisse sind noch nicht von der Reaktorkatastrophe in Japan beeinflusst.

In Belgien wurden  960 Verbraucherinterviews bei Personen im Alter von 15 Jahren oder älter durchgeführt.