Stresstests für belgische Atomkraftwerke

Die belgische Agentur für Nuklearkontrolle will mit einem Stresstest prüfen, ob unsere Atomkraftwerke einem Erdbeben oder den Folgen eines Flugzeugabsturzes Stand halten können. Den Reaktoren Doel 1 und Doel 2 droht damit das Aus.

"Verschiedene Naturkatastrophen sollen in Betracht gezogen werden, um zu untersuchen, wo die Schwachstellen der Kraftwerke sind", so Karina De Beule von der Agentur für Nuklearkontrolle.

"Dabei geht es unter anderem um das Überschwemmungsrisiko oder das Erdbebenrisiko. "Daneben will die Agentur auch prüfen, ob die belgischen Atomkraftwerke Flugzeugunfällen, terroristischen Anschlägen und schweren Bränden Stand halten.

Ein negatives Testergebnis könnte mit der Schließung der entsprechenden Reaktoren enden. Insbesondere Doel 1 und Doel 2, die ältesten Reaktoren des Landes, laufen Gefahr, geschlossen zu werden. Innenministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) hat wissen lassen, dass die durch die Agentur und die Regierung ausgearbeiteten Kriterien nicht bindend seien.

Die flämischen Grünen Groen! finden, dass das Parlament die Kriterien festlegen sollte. "Es geht nicht, dass das Parlament hierbei nicht einbezogen wird", so Kristof Calvo (Foto) von Groen!. Die Agentur für Nuklearkontrolle überreichte den Betreibern der Atomkraftwerke am Dienstag einen Entwurf zu den Stresstests. "Die Kriterien liegen vielmehr auf dem Tisch von Electrabel als vor den Mitgliedern des Unterausschusses für Nuklearsicherheit."

Europäer sind sich uneinig

Die Kontrollen erfolgen nach der Atom-Katastrophe in Japan. Dort wurde nach einer Naturkatastrophe das Atomkraftwerk von Fukushima schwer beschädigt. Europa entschied, alle Atomkraftwerke einem so genannten Stresstest zu unterziehen.

In Europa ist man sich nicht darüber einig, wie die Tests genau aussehen sollen. Während sich Frankreich und Großbritannien vor allem auf Erdbeben und Überschwemmungen konzentrieren, will Belgien, genau wie Deutschland und Österreich, weiter gehen.