Behinderungen im Bahnverkehr

Nach einer Gewerkschaftsaktion in den Mittagsstunden bleibt der Bahnverkehr am Montag weiter gestört. Ein Teil der Mitarbeiter hatte am Mittag Info-Versammlungen bezüglich der Sparmaßnahmen beigewohnt. Doch auch in der Stoßzeit fahren Züge verspätet oder fallen ganz aus.

Zwischen Brüssel und Antwerpen sowie zwischen Gent und Mechelen fuhren viele Züge auch am Montagnachmittag mit Verspätung oder mussten ganz gestrichen werden. In der Wallonie sorgten die kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen ebenfalls für große Probleme in Charleroi, Namür, Arlon und Lüttich.

Die Stoßzeiten am frühen Abend blieben auch nicht von den Problemen verschont. Überall kam es zumindest zu leichten Verspätungen und verpassten Anschlüssen.

Den internationalen Bahnverkehr mit seinen Hochgeschwindigkeitszügen trafen die Arbeitsniederlegungen unvorbereitet und ausländische Fahrgäste wurden oft kalt erwischt, als sie ihre Anschlusszüge oder gar Flugzeuge in Zaventem verpassten.

Zwischen 12 und 14 Uhr am Montagmittag hatte die Gemeinschaftsfront der Bahngewerkschaften zu Informationsversammlungen bezüglich der geplanten Einsparungen bei der belgischen Eisenbahngesellschaft NMNS/SNCB eingeladen. Dies führte zu den seit Tagen angekündigten Arbeitsniederlegungen.

Bald Generalstreik?

Die Gewerkschaften machen sich Sorgen über die schlechten Zahlen, die die Bahn einfährt und befürchten Entlassungen und erhöhten Arbeitsdruck und wollen am Donnerstag bekanntgeben, wann es zu einem allgemeinen Streik kommen wird.

Hinter vorgehaltener Hand ist von Streiks ab dem 30. Mai zu rechnen. Zudem soll die Gütersparte bald großflächig bestreikt werden. Eine Blockade der Rangierbahnhöfe im Hafen von Antwerpen ist für die nächsten Tage angekündigt.

Die Arbeitnehmervertreter wollen nicht länger hinnehmen, dass das Personal immer wieder den Kopf für neue Sparmaßnahmen hinhalten muss, während der Direktionsapparat mit seinen drei Geschäftsbereichen davon so gut wie nie betroffen sei.