Dardenne-Brüder: Neuer Erfolg in Cannes

Die beim Filmfestival von Cannes erfolgsverwöhnten Regiebrüder Jean-Pierre und Luc Dardenne aus Lüttich gewannen den Grand Prix für ihren Streifen "Le gamin au Vélo".

Die Gebrüder Dardenne teilen sich den Grand Prix in Cannes mit dem türkischen Filmemacher Nuri Bilge Ceylan. Die Goldene Palme, der wichtigste Preis dieses prestigeträchtigen Filmfestivals ging an den publikumsscheuen amerikanischen Regisseur Terrence Malik für die Produktion "The tree of life“.

Im Vorfeld der Preisverleihung hatten Jean-Pierre und Luc Dardennen einen Anruf der Festivalleitung erhalten, dass bei der Gala auf jeden Fall anwesend sein müssten. Die Erwartungen waren demnach hoch gesteckt und letztendlich erhielten die beiden Regisseure aus Lüttich den „bestmöglichen Trostpreis“, den Grand Prix von Cannes.

In ihrer Ansprache bedankten sich die beiden Regisseure bei der Jury und beim Vorsitzenden Robert De Niro: "Vielen Dank, dass Sie den Jungen auf den Fahrrad gemocht haben. Dort im Saal sitzt Thomas Doret (Foto). Danke Thomas!“.

Die Gebrüder Dardenne waren nicht die einzigen Belgier, deren Streifen ausgezeichnet wurden. Der junge flämische Nachwuchs-Regisseur Wannes Destoop erhielt den Jurypreis für den besten Kurzfilm für "Badpakje 46“, ein kleiner Film über ein übergewichtiges Mädchen, dass von allen und jedem verulkt wird.

"Le gamin au vélo"

Der junge Schauspieler Thomas Doret spielt in den Streifen "Le gamin au vélo“, was soviel, wie "Der Bengel auf den Fahrrad“ bedeutet, einen 12jährigen Jungen, der von seinem Vater in ein Heim gesteckt wird. Doch Cyril haut aus dem Heim ab und lernt während seiner Flucht die Friseuse Samantha kennen, die von Cécile De France gespielt wird. Samantha wird für Cyril zur einzigen Bezugsperson.

Der Film ist deutlich fröhlicher und positiver, als die Filme, die die Dardenne-Brüder in der jüngeren Vergangenheit gedreht hatten. Sie wurden international bekannt mit einer Reihe düsterer, allerdings hervorragend umgesetzter Sozialdramen bekannt. Zweimal wurden sie für solche Filme in Paris mit der Goldenen Palme ausgezeichnet: 1999 für "Rosetta“ und 2005 für "L’enfant.“