Hoher Krankenstand bei De Lijn-Fahrern

Die Chauffeure der flämischen Nahverkehrs-Gesellschaft De Lijn sind pro Jahr durchschnittlich an 18 Arbeitstagen krank gemeldet. Das liegt deutlich über dem Durchschnitt sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der Privatwirtschaft.

Diese durchschnittliche Abwesenheit von 18 Tagen pro Jahr entspricht 8,5 % der offiziellen Arbeitstage. Zum Vergleich: In der Privatwirtschaft sind Angestellte an etwa 2,8 % ihrer Arbeitstage krank gemeldet und die Arbeiter an 3,5 %.

Nach Ansicht des liberalen flämischen Landtagsabgeordneten Marino Keulen (Open VLD) könnte die Landesregierung mindestens 28 Millionen € im öffentlichen Dienst einsparen, wenn der Krankenstand bei der Nahverkehrs-Gesellschaft De Lijn zumindest auf das Niveau der Privatwirtschaft gedrückt werden könnte.

Der Abgeordnete führt dies auf eine unangepasste Mentalität zurück und glaubt, dass man im öffentlichen Dienst leichter einmal zu Hause bleiben könne, als anderswo: "Hier kann man sich seines Jobs sicherer sein, während man in der Privatwirtschaft seine Stelle schneller verlieren kann.“

Eigentlich, so De Lijn-Sprecherin Astrid Hulhoven, führe die Gesellschaft ein strenges Regiment in dieser Frage: "Wenn Mitarbeiter dreimal im Kalenderjahr abwesend sind, schicken wir einen Kontrollarzt vorbei. Zudem muss man ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen.“ Doch offenbar wird diese eigentlich als streng angesehene Handhabe bei De Lijn nur sehr nachlässig umgesetzt.