Kalmthouter Heide-Feuer lodert wieder auf

Das Feuer im Naturreservat Kalmthout bei Antwerpen ist noch nicht vorbei. Da es aufgrund des Windes und der Trockenheit sehr schwierig war, den Brand zu löschen, wurde am Mittwochabend beschlossen, ein Stück der Heide kontrolliert herunterbrennen zu lassen. Das hat geklappt, aber inzwischen weht der Wind stärker als erwartet, so dass das Feuer vereinzelt wieder auflodert.

Einige Schulkinder hatten das Feuer am Mittwoch bemerkt.

Die Provinz Antwerpen setzte den Katastrophenplan in Kraft und die Feuerwehr war im Großeinsatz. Sie hatte jedoch Schwierigkeiten den Brand unter Kontrolle zu bekommen.

Am Donnerstagmorgen um zwei Uhr war das Feuer dann unter Kontrolle. Der Bürgermeister von Kalmthout, Lukas Jacobs hatte mitgeteilt: "Das letzte Feuer brannte auf der Höhe zur niederländischen Grenze. Dort hat ein Bulldozer der Armee eine breite Brandschneise von 2 Kilometern angelegt. Dadurch konnten die Feuerwehrleute von der belgischen und der niederländischen Feuerwehr das Feuer löschen."

Wegen des aufkommenden starken Windes und der sich ständig wechselnden Windrichtungen hatte man jedoch schon damit gerechnet, dass die Situation heikel bleiben würde. Die Feuerwehr bleibt vor Ort, um wiederaufflackerndes Feuer direkt löschen zu können.

Der ganze Donnerstag müsse noch nachgelöscht werden, sagte Jacobs. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera sei auch im Einsatz. Sie soll die wärmsten Flecken auf dem Gelände untersuchen.

Der Wind weht inzwischen jedoch noch heftiger als erwartet und dadurch ist das Feuer an einigen Stellen wieder aufgelodert. Auch sind starke Rauchschwaden in der Gegend um die Heide gesehen worden. Es könnte also sein, dass wenn der Rauch anhält, Messungen durchgeführt werden müssen. Es bestehe aber derzeit kein Grund zur Panik, hieß es noch.

Die Ursachen des Brandes können nur vermutet werden. "Es ist jedoch kein Zufall, dass so etwas tagsüber passiert, zu einem Zeitpunkt, zu dem sich Menschen auf dem Gelände befinden, lehrt uns unsere Erfahrung", so Jacobs. "Die örtliche Polizei hat Ermittlungen hierzu eingeleitet."

Der Zugang zur Kalmthouter Heide ist weiterhin verboten.

Sonderkatastrophenplan oder Ankauf von Spezialgerätschaft?

Unterdessen hat sich die scheidende Innenministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) selbst ein Bild vom Ausmaß des Brandschadens in Kalmthout gemacht. Sie will prüfen lassen, ob Feuer in Naturreservaten künftig besser bekämpft werden kann.

Vor dem Hintergrund dieses Brandes und der Brände im Hohen Venn und in Limburg vor einigen Wochen schlug sie vor, dass sich alle Feuerwehrkorps treffen sollten, um zu überlegen, ob es nicht besser wäre, Spezialgeräte anzukaufen oder einen Sonderkatastrophenplan für derartige Wald- und Heidebrände zu erstellen. So wurde bei diesem Brand zum Beispiel festgestellt, dass es an Geländewagen fehlte.

Außerdem hatte die Feuerwehr in der Nacht wieder einmal mit einem unzulänglichen Kommunikationssystem zu kämpfen. Die Feuerwehrmänner mussten eine zeitlang ihre eigenen Handys benutzen, was in so einer Situation nicht ungefährlich ist.

Größter Heidebrand in der Geschichte der Kalmthouter Heide

Es ist schon jetzt deutlich, dass dies der größte Brand in der Geschichte der Kalmthouter Heide ist. Insgesamt sind 450 bis 500 Hektar Heidelandschaft im Naturreservat Kalmthout bei Antwerpen verbrannt. Das ist etwa ein Viertel der Kalmthouter Heide. "Wer künftig hierher kommt, wird ein schwarzes Gebiet vorfinden. Die Vegetation ist vollständig abgebrannt und wird sich erst im Laufe der Jahre wieder erholen", so Bürgermeister Jacobs.

Beim letzten großen Brand 1996 waren schon einmal 388 Hektar Heide in Flammen aufgegangen. Das Naturreservat hatte sich noch nicht ganz hiervon erholt, erklärt Dirk Bogaert von der Vertretung für Natur- und Forstwirtschaft.

"Eigentlich müssen wir sagen, dass das bis heute andauert, denn die Erholung einiger Gewächse geht schnell, anderer hingegen sehr langsam. Und man sieht auch eine Veränderung der Vegetation. Heide ist sehr brandempfindlich und was sehen wir dann passieren? Die Heide verschwindet und wird durch Pfeifengras ersetzt."

Mehrere Menschen mussten inzwischen wegen des Wiederaufloderns des Feuers und des drehenden Windes evakuiert werden.