Vlaams Belang ködert mit Taschenmesser

Wer eine Umfrage der Brüsseler Abteilung der rechtsextremen flämischen Partei Vlaams Belang ausfüllt, erhält als Geschenk ein Taschenmesser der Partei. Einige Bürgermeister lassen diese Vorgehensweise der Partei untersuchen.

In den vergangenen Tagen wurde in den 19 Brüsseler Stadtteilen ein Faltblatt des rechtsextremen flämischen Partei Vlaams Belang verteilt. Darin wird unter anderem die Schuld für das Unsicherheitsgefühl in der Stadt, das Profitieren des Gesundheitssystems und die häusliche Gewalt Ausländern in die Schuhe geschoben.

Ein Fragebogen über die Lebensqualität und die Sicherheit im Stadtteil ist auch beigefügt. Wer diesen ausfüllt und zurücksendet, erhält ein Minitaschenmesser. "Sie können sich darauf velassen, Vlaams Belang kämpft für Sie!", steht noch dabei.

Einige Bürgermeister von Brüsseler Stadtteilen gehen nun der Sache nach und prüfen, ob sie Anzeige erstatten können. Sie finden, dass die Partei mit dieser Aktion zur Gewalt auffordere.

Dewinter: "Übertriebenes Theater"

Vlaams Belang Spitzenpolitiker Filip Dewinter hält eine mögliche Anzeige der Bürgermeister für "übertriebenes Theater".

"Das Minitaschenmesser, von dem die Rede ist, ist ein 5 Zentimeter großer Schlüsselanhänger mit einer Nagelfeile, einem Schlüsselanhänger und einem Messerchen mit einer Klinge von 2 Zentimetern", steht in einer Mitteilung von Dewinter. Dewinter hat ein Foto von dem Messer auf Twitter (kleines Foto) gesetzt. "Wegen der Größe des Messerchens ist es ja wohl eindeutig, dass Vlaams Belang nicht dazu aufruft, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen."

Trotzdem scheint die Partei vor allem provozieren zu wollen, in dem sie ein Messer und eben keine andere Kleinigkeit als Reklamegeschenk macht.

"Die Bürgermeister wollen damit von der tatsächlichen Problematik der Ausländerkriminalität ablenken", so Dewinter noch.