Sonderspuren für Busse unsinnig?

Der Automobilverband Touring stellt die Sonderspuren für Busse in Frage. Laut Touring seien einige Fahrspuren unsinnig, weil sie nur angelegt worden seien, um bestimmte vorab festgelegte Quoten zu erfüllen.

In den vergangenen Jahren sind in verschiedenen Städten und Dörfern von den öffentlichen Nahverkehrsgesellschaften Sonderspuren für Busse und Straßenbahnen angelegt worden. Sie sollen helfen, den Verkehr flüssig zu halten. Außerdem können die öffentlichen Verkehrsmittel somit besser ihre Fahrpläne einhalten.

Der Automobilverband Touring stellt sich nun Fragen zu den Kriterien, nach denen solche Sonderspuren angelegt werden. Dem Verband zufolge seien einige der Fahrspuren nur angelegt worden, um bestimmte Quoten zu erfüllen, die von den Behörden vorab festgelegt wurden. Sie seien teilweise einfach nutzlos.

"Wir haben den Eindruck, dass die öffentlichen Nahverkehrsgesellschaften die vorgegebenen Kilometer einhalten wollen und deshalb Busspuren auf Wegen anlegen, auf denen es eigentlich gar nicht nötig ist, auf denen gar keine Staus sind", sagt der Sprecher Danny Smagghe. "Dort haben die Busspuren eine umgekehrte Wirkung und verursachen mehr Probleme als sie lösen."

Der Automobilverband verlangt ein externes Audit, um zu prüfen, nach welchen Kriterien entschieden wird, um neue Fahrspuren für Busse und Straßenbahnen anzulegen.

"Bussonderspuren sind nützlich"

Die Brüsseler Ministerin für öffentliche Verkehrsmittel Brigitte Grouwels (CD&V) widerspricht der Behauptung, dass Busfahrspuren nur angelegt würden, um Quoten zu erfüllen und sie nicht nützlich seien.

"Die Sonderspuren für Busse und Straßenbahnen, die bislang angelegt worden sind, haben dazu beigetragen, dass der Verkehr besser fließt", heißt es. "Die Busspuren, die bislang angelegt wurden, sind noch die einfachsten gewesen. Jetzte kommen die schwierigen, bei denen wir echt dem Autoverkehr Konkurrenz machen."

Grouwels will jedenfalls weitermachen mit dem Ausbau von Sonderfahrspuren für Busse und Straßenbahnen, "denn die öffentlichen Verkehrsmittel müssen eine gute Alternative bieten, um bequem zu seinem Ziel zu kommen."