Stiletto Run: Lauf auf Stöckelschuhen

Am Sonntag nehmen 100 Damen in der autofreien Innenstadt von Hasselt an der dritten Ausgabe des Stiletto Runs teil. Die Frauen laufen ein Rennen von 300 Metern mit Absätzen von mindestens 9 Zentimetern Höhe und höchstens 1,5 Zentimetern Breite.

Das Modemuseum von Hasselt organisiert dieses Rennen in Zusammenarbeit mit dem Online Modemagazine Belmodo.tv. In 2 Vorrunden und einem Finale müssen die mit Pumps oder Sandalen mit hohen Absätzen ausgerüsteten Frauen, vom alten Gefängnis bis zum Modemuseum spurten. Gestiefelte Frauen dürfen nicht mitmachen. Das wäre zu einfach.

Wer spontan an verstauchte Knöchel oder gebrochene Füße denkt, ist das Laufen in Stöckelschuhen wahrscheinlich nicht gewohnt.

Dennoch trotzen tausende Frauen täglich in Stöckelschuhen Kieswege und Kopfsteinpflaster.

Und sie sind nicht die einzigen, die sich im Laufe der Geschichte freiwillig nach dem Motto "wer schön sein will, muss leiden" mit Blasen an den Füßen oder anderen Leiden infolge der hohen Absätze herumschlagen. Auch war nicht immer nur die Schönheit Grund für das Tragen hoher Absätze.

Aus praktischen Gründen

So hatten die ägyptischen Fleischer schon lange vor  Beginn unserer Zeitrechnung die Funktionalität von hohen Absätzen entdeckt. Sie standen Dank des Stückchens Leder, das mit Schnüren unter ihre Schuhe gebunden war, nicht mit ihren Füßen  im Schlachtabfall.

Auch die Japaner umgingen ein Waten in ihren schlammigen Straßen mit Holzlatschen, unter denen zwei hölzerne Blöcke befestigt waren. Die "Getas" (Foto), also japanischen Holzsandalen, werden bis heute zusammen mit traditioneller Kleidung wie zum Beispiel dem Kimono getragen.

Und mongolische Reiter banden sich zum Beispiel Absätze unter die Schuhe, um ihre Füße fest im Steigbügel zu haben. Vor diesem Hintergrund haben auch die Amerikaner ihre Cowboystiefel mit kleinen Absätzen versehen.

Aus diesen praktischen Gründen rennen die Damen jedoch am heutigen Sonntag wohl nicht mit hohen Hacken durch Hasselt um die Wette und ob der Stiletto Run ein eleganter ist, darüber gehen die Meinungen wohl auseinander. Originell ist der Wettlauf jedoch in jedem Fall und das Interesse an der Geschichte der Stöckel und letztlich am Modemuseum weckt er sicherlich auch.